Mit Farben spielen

Der Himmel ist blau.

Wasser auch.

Die Wiese ist grün.

Die Sonne ist gelb.

Kirschen sind rot.

So haben wir es gelernt.

Was ist, wenn ich die Farben ändere?

Blätter sind blau?

Blumenstiele sind rot?

Und überhaupt!

Lila Kühe. Rote Wolken. Blaue Berge.

Lass uns spielen…

Darf ich das?

Inspiration finden

Es gibt Dinge… ich hätte mir gewünscht, dass mir das jemand gesagt hätte, als ich anfing…

Vielleicht wäre es ein bisschen leichter gewesen. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich sechzehn war und dachte, es gäbe nichts mehr, was ich noch tun könnte… nichts Neues… alles schon mal da gewesen…

Und dieses Gefühl, dass da ein bestimmter „Look“ ist, der meiner ist, aber ich komme da einfach nicht hin… (hab ich heute noch oft).

Flora Bowley gibt zehn gute Tipps, wie man seinen Stil finden kann.

Da draußen sind Millionen Stile unterwegs. Es ist sehr verführerisch, zumindest Tausend davon „anzuprobieren“. Aber so funktioniert das nicht, nicht wahr? Obwohl es gut ist, sich umzuschauen – zum Beispiel haben ja viele der großen Künstler der Neuzeit im Louvre die alten Meister kopiert – ist „der eigene Stil“ ein „inside job“.

Es beginnt damit, „Inspiration zu sammeln“. Und ich möchte hinzufügen: sich zu erlauben, Inspiration zu sammeln. Das bedeutet, sich dafür Zeit zu nehmen – und wer hat schon Zeit? Stehen zu bleiben und ein Foto von einem Fleck auf dem Boden zu machen, der aussieht, wie…  (danke, Carla!). Eine Freundin um ein Stück Geschenkpapier zu bitten, weil das Muster so schön ist…

Den ganzen Artikel gibt es hier:

https://florabowley.com/ten-things-can-right-now-discover-one-kind-style/

Ein Fall von „Inspiration“: Elektrokasten in einer Unterführung.

Top Five Künstlerinnen-Webseiten

Ich wohne in einer kleinen Stadt. Ungefähr 35000 Einwohner. Nicht viele Künstler um mich herum.

Das Internet. Auf einmal war ich nicht mehr auf Zufallstreffer in der Buchhandlung (siehe: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron – das Buch, das mein Leben verändert hat) oder Kurse verschiedener Träger angewiesen (und ich habe viele Kurse gemacht!).

Auf einmal war da eine ganze Welt!

Es gab Foren, Blogs und Webseiten. Einige gefielen mir besser als andere. Hier meine Top Five:

  1. Carla Sonheim. Auch hier habe ich einige online-Kurse gemacht (sehr praktisch, wenn man arbeitet und Kinder hat). Ich mag ihre frische, fröhliche Art. https://carlasonheim.wordpress.com/
  2. Orly Avineri. Ich bin ganz fasziniert von ihren Art Journals. https://oneartistjournal.com/
  3. Lisa Sonora. Ebenfalls Art Journals. Und sie schreibt viel über Kreativität und Reisen. http://lisasonora.com/
  4. Flora Bowley. Sie malt Blumen! https://florabowley.com/
  5. Last but not least: Lynn Whipple! Sie ist vielseitig, extrovertiert und lustig. http://lynnwhipple.com/

Rainer Maria Rilke: Die Flamingos

Die Flamingos

Jardin des Plantes, Paris

In Spiegelbildern wie von Fragonard

ist doch von ihrem Weiß und ihrer Röte

nicht mehr gegeben, als dir einer böte,

wenn er von seiner Freundin sagt: sie war

noch sanft von Schlaf. Denn steigen sie ins Grüne

und stehn, auf rosa Stielen leicht gedreht,

beisammen, blühend, wie in einem Beet,

verführen sie verführender als Phryne

sich selber; bis sie ihres Auges Bleiche

hinhalsend bergen in der eignen Weiche,

in welcher Schwarz und Fruchtrot sich versteckt.

Auf einmal kreischt ein Neid durch die Volière;

sie aber haben sich erstaunt gestreckt

und schreiten einzeln ins Imaginäre.

Noch einmal am „Originalschauplatz“ – dem „Jardin des Plantes“ in Paris. Leider waren die Flamingos so weit weg – ich vermute wegen der Vogelgrippe?

Dafür konnte ich im Basler „Zolli“ diesmal ganz dicht ran:

Am vergangenen Samstag trafen sich dort die Urban Sketchers Dreiländereck. Die Tiere waren nach einigen kalten Tagen froh, mal wieder draußen sein zu dürfen.

Sogar die „langsamen“ Tieren wie: Flamingos, Elefanten und Nashörner waren sehr bewegungsfreudig:

Aber im Vivarium die Schildkröten zu zeichnen, wäre doch zu schade gewesen!

 

 

Rainer Maria Rilke: Der Panther

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Auf den Spuren Rilkes im  „Jardin des Plantes“ in Paris. Wo Rilke den Panther für sein berühmtes Gedicht gesehen hat: waren es die gleichen Käfige? Oder sogar dieselben – mit einer Schicht neuer Farbe?

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