Die Kinderbuchmesse in Bologna

Bologna Children’s Book Fair 2018…

                        

… immer eine Reise wert.

Besonders interessant fand ich die „Illustrator’s Exhibition“. Der Trend scheint in Richtung „handgemacht“ zu gehen – besonders gerne mit Buntstiften.

Gute Gespräche, neue Ideen.

Habe ich erwähnt, dass es die größte Kinderbuchmesse der Welt ist? Und dass Kinder unerwünscht sind?

Bologna ist eine schöne Stadt. Ich habe ein bisschen gezeichnet.

Florenz…

Rimini…

Und im Stau vor dem Gotthard hatte ich auch Zeit:

Zufall und Inspiration

Man nehme eine alte Zeitung als Unterlage. Darauf lege man gebrauchte Blätter und streiche darauf Farbreste aus.

Nach einer Weile sieht die Zeitung so aus:

Sieht nach nicht viel aus?

Man muss genau hinschauen…

… kleine „Kompositionsskizzen“.

Und aus einem darunter liegenden Blatt:

Ich arbeite gern mit dem Zufall.

Und ich sammle. Muster zum Beispiel.

Bei der nächsten Arbeit habe ich die gesammelten Muster, ohne mir vorher einen Plan zu machen, auf ein großes Blatt geklebt. Ein bisschen Tee darüber getropft. Das Ganze zerschnitten und gefaltet. Und dann bearbeitet:

Ich glaube, mit Zentangles reicht es mir erst einmal.

Statt dessen male ich – für meine Verhältnisse – große Bilder: 67 x 91 cm.

Noch unvollendet…

Die Sommerpause ist vorbei!

Der Herbst hat angefangen.

Ich versuche, in meine Tage wieder einen Rhythmus hinein zu bringen. Der hat mir in den letzten Wochen und Monaten gefehlt.

Letzten Samstag fand zuerst noch die „Nacht der offenen Ateliers“ statt.

Paula Modersohn-Becker hat Gesellschaft bekommen. Käthe Kollwitz.

An diesem Abend gab es viele schöne Gespräche – vor allem über die Illustrationen zu Rilkes Tiergedichten.

Man beachte das Chaos hinter den Illustrationen…

In der letzten Woche habe ich mich bemüht, es im ganzen Raum wiederherzustellen. Ich muss noch ein bisschen daran arbeiten.

Auf dem Boden liegt wieder etwas, so dass ich einen kleinen Tanz aufführen muss, wenn ich herum gehe…

Nur der Rhythmus fehlt noch.

Übermalungen

Über die Muse habe ich ja schon geschrieben. Wie schön wäre es, ich könnte einfach ein Bild „aufs Papier werfen“ und es wäre vollendet!

Also bei mir ist das die ganz große Ausnahme. Ist schon vorgekommen, aber verlassen kann ich mich darauf nicht.

Meistens braucht es viele Übermalungen. Hier ein Beispiel:

Das ist aus einem meiner „journals“. Es hat mir nie richtig gefallen. Also bin ich mit Acrylweiß drüber gegangen. Es ist schwierig, herauszufiltern, was bleibt und was gehen muss.

Nach einigen Übermalungen sieht es jetzt so aus:

Vielleicht ist es in der Kunst wie im Leben: wenn es dir nicht gefällt, mach weiter!

Und hier noch ein Bild aus einem meiner „visual journals“:

Viel Acrylweiß. Schablonendruck. Wie der Vogel heißt, weiß ich nicht mehr. Links eine Wanderratte. Ausgeschnitten und aufgeklebt. Ganz leicht, oder?

Acrylweiß und der innere Kritiker

Ich hatte wieder mal Besuch im Atelier.

Zum Malen.

Es war ein kalter, verregneter Abend. Christiane  und ich hatten uns vorgenommen, eins der fünf Elemente aus der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre zu malen. Wir haben uns für „Feuer“ entschieden.

Symbole des Feuers sind die Pyramide, der Kranich, die Farbe Rot – … und Yin und Yang geht sowieso immer.

Christiane hat eine ganz andere „Handschrift“ als ich.

Das ist wie im Leben: jeder ist anders. Das Schwierige ist, herauszufinden, wer man ist, und dazu zu stehen!

Dabei fällt mir ein Buch von Michele Cassou ein: „Point Zero/ Entfesselte Kreativität“. Daraus habe ich eine Frage mitgenommen: „wenn es egal wäre, was jemand anderes über dein Bild denkt, was würdest du tun?“

Ich habe zum Beispiel oben Acrylweiß genommen und Teile des Bildes übermalt.

Mein innerer Purist schreit auf: das ist doch ein Aquarell!

Ja, damit hat es angefangen. Aber wenn mich bestimmte Stellen stören? Wenn es egal wäre, dass mein Purist findet, ich müsste damit leben, dass das Bild misslungen ist, was würde ich tun?

Genau. Acrylweiß.

Außerdem möchte ich den linken Rand wegschneiden.

Beide fanden wir, ein Quadrat wäre besser. Vielleicht hat das mit dem Thema zu tun.

(Acryl-)Weiß ist eben nicht nur Weiß…

Aber eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…

 

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