Life is hard and then you get creative

Das Leben ist kein Ponyhof. Alle sind angespannt angesichts der neuen Corona-Welle.
Ist Kreativität da noch relevant?

In meiner Wohnung riecht es nach Tomatensoße und Käse. Draußen ist es dunkel und kalt. Die Küchenuhr tickt.
Die Weihnachtsmärkte werden einer nach dem anderen abgesagt. Wie schade! Draußen wird es noch dunkler, noch kälter.

Ein Stift, Papier und Farbe.

Blumen, Doodles. Nichts Kompliziertes.

Vertreibt Kälte und Dunkelheit, finde ich. Ich sitze am Küchentisch und male Kreise, Linien und Punkte. Robin McKelle singt den Blues und vor mir steht eine Tasse Tee.
Die Welt ist in Ordnung.

Was ist dein kleines „kreatives Abenteuer“? Gibt es etwas, was du gerne wissen würdest? Ich überlege, kurze Videos zu verschiedenen Techniken zu machen.

Weil ich kreative Verschnaufpausen für absolut relevant halte. Und ich von mir selber weiß, dass es hilft, ein bisschen Input zu bekommen. Manchmal ist es einfach zu schwer, sich aufzuraffen.

Schreib mir gerne in den Kommentaren!

 

Über den eigenen Schatten springen

Ich dachte immer, nee, mit Technik hab ich’s nicht so. Aber gerade in dem Bereich hab ich viel gelernt… und hab noch einiges vor mir.

Zum Beispiel Fotografieren: trotz einiger Anläufe schüchtern mich Blenden, Belichtungszeiten und ISO immer noch ein. Und dann vergesse ich, wie’s geht, weil ich nicht übe.
Womit meine Technik-Unfähigkeit mal wieder bewiesen wäre. So!

Ich werde nie ein Technik-Crack sein. Aber wozu gibt es Suchmaschinen? Wenn ich ein Problem habe, finde ich da meistens etwas. Oder ich frage jemanden, der sich auskennt. Oder ich mache einen Kurs.
Ich muss nur gut genug sein, um das machen zu können, was ich möchte.
Ein bisschen was an meiner Wahrnehmung von mir selbst ändern. Ein bisschen freundlich mit mir sein und mir Mut zusprechen.

Ich hab mal gelesen, dass das Leben da anfängt, wo die Komfortzone aufhört. Und nicht nur das Leben, auch die Kreativität, denke ich.

Letzten Samstag einen Fotokurs zu machen, hat Spaß gemacht und ich habe herausgefunden, dass ich gerne mit dem Makro-Objektiv fotografiere.

Wie ist das bei dir? Was hast du in der letzten Zeit gelernt, wozu du über deine persönliche Wohlfühlgrenze gehen musstest?
Schreibe mir gerne in den Kommentaren!

Wünsche und Möglichkeiten

Ich würde gerne leuchtendere Farben in meinen Designs verwenden.
Ich würde gerne mit mehr Humor schreiben können, lockerer, amüsanter.
Und ich würde gerne handlettern können.

Es gibt zur Zeit vieles, was ich noch lernen will.

Aber das sind meine drei wichtigsten Wünsche.
Wo ist eine Fee, wenn man eine braucht?

Jetzt habe ich drei Möglichkeiten. Vor langer Zeit hat mir jemand gesagt, dass ich immer drei Möglichkeiten hätte: darauf zugehen, stehen bleiben, davon weggehen.

Ich könnte eine oder zwei neue Farben in meine Farbpalette aufnehmen.  Ich könnte Blogposts von Leuten lesen, die so schreiben, wie ich das gerne können würde. Und Material zum Handlettering-lernen habe ich mehr als genug (bisher fehlte mir die Zeit).

Die nächsten elf Wochen (mit dieser) habe ich mir vorgenommen, jede Woche einen Blogpost zu schreiben. Ich nehme am Kurs „Erfolgsblog“ von Andrea Müller teil. Mal sehen, ob sich mein Schreiben verändert? Vielleicht entdecke ich die Komikerin in mir?

Vielleicht bleibt auch alles, wie es ist. Ich mache Muster in gedeckten, erdigen Farben, male Blumen mit dunkel- oder hellgrauen Hintergründen, schreibe eher melancholische, leicht poetisch angehauchte Texte und versuche mich an dem einen oder anderen Schriftzug.

(Muster „Engele trägt Schleife“ für die Kitsch-Valentine-Challenge auf spoonflower.com)

Und das ist auch okay so!

Die Falle ist hier, sich mit dem inneren Kritiker einzulassen oder sich mit anderen zu vergleichen. Das Karussell dreht sich, man kommt aber nicht weiter.

Die dritte Möglichkeit ist, … ja was? Aufzuhören? Sich anderen Dingen zuzuwenden? Erstmal kann ich mir das gar nicht vorstellen. Aber dann… nehme ich wahr, wie ich mich selbst eingekastelt habe. Ich habe mir so viel vorgenommen!
Was würde passieren, wenn ich das alles hinwerfen würde und sagen wir – die Panamericana entlangfahren würde?

Das waren jetzt meine Beispiele. Was wünschst du dir? Kannst du mit dem Konzept – auf etwas zugehen, stehenzubleiben oder dich zu entfernen – etwas anfangen? Was kommen dir für Ideen? Schreibe mir gerne in den Kommentaren!

Handmade im digitalen Zeitalter

Als ich klein war, gab es bei uns im Fernsehen drei Programme: das Erste, das Zweite und Schweizer Fernsehen. Abends schauten wir das Sandmännchen oder die Gschichtekischte. Ich liebte die Augsburger Puppenkiste – Robbi, Tobbi und das Fliwatüüt – und tschechische Märchenfilme.
Telefonieren war nicht billig. Man hielt sich kurz.
Ansonsten gab es Zeitungen und Büchereien.
Keine Computer, kein Internet, keine Handys.
Keine Hunderte von Fernsehsendern, die von Streamingdiensten, YouTube und TikTok abgelöst werden.
Keine Flatrates, WhatsApps und Zoom-Plattformen.
Damals hätten wir uns das Heute nicht vorstellen können.
Heute ist das Damals unvorstellbar.
War das Leben langsamer?
Heute ist Achtsamkeit der große Renner. Handarbeiten boomt. Leute stricken Hüllen für Straßenlaternen!
Damals hatten meine Eltern drei Gärten zu versorgen: den eigenen, den meiner Großmutter und die Streuobstwiese. Wir Kinder pflückten Erdbeeren und sammelten Mirabellen auf. Ich gruselte mich immer vor den Ohrenkneifern. Haut, Hände, Ohren.
Während der Weinlese kam der Bammert zum Vesper vorbei. Es gab Brot und Aufschnitt und Schwarztee aus der Thermoskanne. (So begann meine Liebe zum Teetrinken.)

Wenn ich in mein Atelier gehe – das ich inzwischen mit einer lieben Kollegin teile – dann entscheide ich mich bewusst dafür, mit den Händen zu arbeiten. Ich mache Flecken, spritze mit Farbe herum, kritzle und schabe. Ich arbeite oft an mehreren Bildern gleichzeitig. Zwei oder drei liegen dann immer auf dem Boden, und manchmal trete ich in die nasse Farbe und mache Abdrücke mit den Schuhsohlen. Es ist oft kalt im Atelier und feucht. Ich höre Musik und den Regen und das Summen der Holzbienen im Sommer. Ich trinke Tee, und ich rede mit meiner Freundin.

Meine Blumenbilder sind anders als meine digitalen Muster. Ich male übrigens echte Blumen! Keine Fotos, die ich gegoogelt habe. Ich habe im Atelier keinen Internet-Empfang. Die Mauern sind zu dick!
Zu meiner Blumenhändlerin – selbst Künstlerin – habe ich inzwischen einen guten Draht. Oft schenkt sie mir noch Blumen dazu, die sie nicht mehr verkaufen kann.

Was ich sagen will: wir alle genießen doch schöne oder angenehme Sinneseindrücke. Es muss nicht das Malen sein. Tanzen. Laufen. Gärtnern. Handarbeiten. Kochen. Miteinander reden. Händchen halten…  Handmade und digital im Gleichgewicht. Dann geht es uns gut, denke ich.
Aber manchmal müssen wir uns daran erinnern.