Rainer Maria Rilke: Der Panther

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Auf den Spuren Rilkes im  „Jardin des Plantes“ in Paris. Wo Rilke den Panther für sein berühmtes Gedicht gesehen hat: waren es die gleichen Käfige? Oder sogar dieselben – mit einer Schicht neuer Farbe?

Die Kinderbuchmesse in Bologna

Bolognafiere. Das Mekka des Kinderbuchs.

(Kinder sind hier nicht erwünscht. Hier geht es ums Geschäft.)

Vom 03. bis zum 06. April 2017.

Dieses Jahr hab ich es mal wieder geschafft.  Mit einem neuen Projekt:

Rilkes Tiergedichte. Hier der Link zum Portfolio: http://irenepacha.de/portfolio/rainer-maria-rilke-tiergedichte/

Hallen, Gänge…

Dann kurze Pause im Hof…

Die Verlage versuchen sich vor dem Ansturm der Illustratoren zu schützen, indem sie Illustratoren-Sprechstunden einrichten. Für beide Seiten sehr anstrengend: eine Stunde Schlange stehen/ die Mappe öffnen/ die Bilder zeigen und dabei gelassen erklären, was man zeigen wollte (aber kurz und knapp!).

Den Verlagsleuten brummt bestimmt der Schädel von den vielen Bildern, die sie in kurzer Zeit vorgelegt bekommen.

 

Entweder werden Visitenkarten getauscht oder nicht.

In der Schlange stehen immer die gleichen Leute. Man kennt sich schon…

Wände mit Präsentationsmaterial hoffnungsvoller Illustratoren…

Eine weitere Attraktion: die Illustratorenausstellung. Über 3000 Bewerbungen. 70 oder 80 werden ausgesucht. Ist wie Lottospielen…

See you next year…

Vielleicht, vielleicht auch nicht.  Falls ich im Lotto gewinne.

 

 

 

Außer Form

Gestern trafen sich die Urban Sketchers im Naturhistorischen Museum Basel.

Ich war nicht in Form.

Ich habe diese Woche viel Zeit im Atelier verbracht und an meinem Bilderbuchprojekt gearbeitet.

Kreative Energie – anscheinend ist sie nicht unerschöpflich. Ich bin nie einen Marathon gelaufen, aber so fühlt es sich an.  Training hilft bestimmt auch hier. Erfahrungsgemäß muss ich aber jetzt aufpassen, dass ich nicht den ganzen Brunnen leer fische. Langsam gehen mir die Bildideen aus.

Höchste Zeit für einen Künstlertreff!

Beim Bild mit Paula Modersohn-Becker habe ich eine Entscheidung getroffen:

Ich fange von vorn an. Ob die Zeit noch reicht?

Ohne Titel I

Neulich an einer Pinwand:

“ Kreative Menschen haben keine Unordnung, sie haben nur überall Ideen herumliegen.“

Buchstäblich.

Auf dem Foto sind drei Projekte zu sehen: oben zwei Bilder meines aktuellen Bilderbuchprojekts. Davor drei vorbereitete Papiere, die für neue Fahnenbücher gedacht waren. (Wahrscheinlich arbeite ich sie aber ins Bilderbuch ein.)

Und ganz vorne angeschnitten – eine angefangene Skizze für 30-Bilder-in-drei-Tagen. Es gibt noch mehr davon, sie sind über den restlichen Boden verteilt.

Gegenüber steht meine Staffelei mit dem angefangenen Bild zum Thema „Reflektion“. Am Samstag habe ich acht Stunden gemalt und das ist, was dabei raus kam.

Ich denke, mein Problem ist, dass ich dieses große Format nicht gewöhnt bin. Die Illustrationen sind doch eher klein.

Und noch ein Versuch:

Die Nase ist zu lang.

 

Vorbilder

Ab und zu höre ich: „nein, danke, keine Vorbilder! Ich will nur aus mir heraus malen.“

Okay.

Ich vertrete eher die gegenteilige Meinung: „her mit den Lehrpersonen!“ (Man beachte: ich wohne an der Schweizer Grenze. „Lehrpersonen“ ist nicht schön – aber immer noch besser als „LehrerInnen“, oder?)

Zurzeit schaue ich mir ein Buch über Jugendstil an. Die hatten Muster!

 

Ich weiß nicht, ob das gestalterisch der große Wurf ist…

… hätte ich das „aus mir heraus schaffen“ können? – Glaube ich nicht.

Werde ich weitere „Zentangles à la Jugendstil“ malen? – Eher nicht.

Wozu ist das dann gut? – Kann ich nicht sagen. Meine Erfahrung ist, dass alles, was ich ausprobiere, in meine Bilder einfließt. Auch das, was ich verwerfe. Immerhin weiß ich ja dann, was ich nicht will.

Außerdem arbeite ich gerade an einem Bild zum Thema „Vorbilder“. Darauf kommen Paula Modersohn-Becker und Käthe Kollwitz.

In Büchern über „Künstler, die man kennen muss“ sind von ungefähr fünfzig Künstlern, die dargestellt werden, vier Frauen. Das macht mich traurig.

Modersohn-Becker und Kollwitz sind nicht dabei.

 

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