Meine drei besten Tipps fürs Zeichnen

Zeichnen und die Theorie von den Gehirnhälften

Unser Gehirn sieht ein bisschen so aus wie eine Walnuss. Es besteht aus zwei Hälften, die in der Mitte verbunden sind. Jede Hälfte verarbeitet Informationen anders.
Vereinfacht gesagt, verarbeitet die linke Gehirnhälfte Informationen analytisch. Sie denkt logisch und sucht nach Details.
Die rechte Hirnhälfte sieht das große Ganze. Sie denkt vernetzt und assoziativ. Details entgehen ihm.

Eine schöne Beschreibung ist, wenn wir sagen, dass eine Person „den Wald vor Bäumen nicht sieht“. Die linke Gehirnhälfte katalogisiert die einzelnen Bäume, ohne das Gesamtbild wahrzunehmen.

Was hat das mit dem Zeichnen zu tun?

Oft sind wir verführt, uns in Details zu verlieren. Zum Beispiel wollen wir einen Kopf zeichnen und schattieren das Auge – es ist wirklich ein wunderschönes Auge, mit Wimpern und Lichtpunkt und allem – nur leider sitzt es an der falschen Stelle! Was jetzt? Das Auge opfern, um die Proportionen des Gesichts richtig hinzubekommen? Oder den Rest des Gesichts an das Auge anpassen?

Wer hat das noch nicht erlebt?

Ich nenne das: „wenn man ein Haus baut und die Vorhänge aufhängt, bevor das Dach drauf ist“.

Was auch häufig vorkommt, ist, dass das Blatt zu klein ist. Man zeichnet eine Figur; es läuft wirklich gut – nur leider ist für den Kopf kein Platz mehr …

Was ist die Lösung?

1) Halte einen Bleistift am ausgestreckten Arm vor dich hin und messe so die Länge und Breite deines Objekts ab. So kannst du feststellen, ob du das Blatt hochkant oder quer nehmen musst. (Das war ein Aha-Moment für mich beim Akt-Zeichnen: wenn eine Person zum Beispiel in einer Schräge auf dem Stuhl sitzt, und dann mehr breit als hoch ist.)

2) Wenn du das Format festgelegt hast, kannst du dein Objekt grob vorskizzieren. Keine Details! Dann beginnst du, Stück für Stück deine Zeichnung aufzubauen. Du arbeitest also von „außen nach innen“. Details kommen ganz zum Schluss.
Ganz ehrlich: das ist schwierig. Wir müssen die ganze Zeit alle Einzelteile – eines menschlichen Körpers zum Beispiel – im Blick behalten. Das Interessante ist, sich selbst zu ertappen, wie wir uns an einer Stelle festbeißen wollen.
Zeichnen hat viel mit unserem Denken zu tun!

3) Und ähnlich unromantisch: üben, üben, üben. Je sicherer wir im Zeichnen werden, desto souveräner bewegen wir uns über das Blatt.

Trotz allem: Zeichnen macht Spaß! Und eine gelungene Zeichnung gibt uns ein tolles Gefühl.

Kennst du das? Ich freue mich über Kommentare!

 

Kunst am Küchentisch im Baukastensystem


Zurzeit beschäftige ich mich mit Grundformen. In der Leiste oben habe ich mal einige zusammengetragen.
Sieht das machbar aus?

Die einzelnen Elemente kann man in Feldern auf dem Papier anordnen, zum Beispiel:
* um die Mitte herum
* die Formen können ineinander gezeichnet werden, beispielsweise ein Quadrat um einen Kreis herum
* eine Form kann mehrfach wiederholt werden
* die Formen können abwechselnd wiederholt werden, wie zum Beispiel Herz – Kreis – Herz – Kreis

Und mit etwas Farbe sieht das aus, wie ein bunter Teppich!

Falls du es einfach mal ausprobieren möchtest, kannst du dir hier ein Ausmalbild herunterladen und ausdrucken: ausmalbild1

Viel Spaß damit! Ich freue mich, wenn du dein Ergebnis bei Instagram postest und mich verlinkst: @irenepacha.de

 

2019 ist fast zu Ende. Ein schwieriges Jahr für viele. Auch ich freue mich, diese Tür schließen zu können.

Herzlich willkommen 2020!

Auf das neue Jahrzehnt!

 

Sommerfrische

Manchmal ist es schön, über den Tellerrand zu gucken.

In Schrobenhausen. Berlin und Rom, Mallorca und Südtirol kann schließlich jeder.

Schrobenhausen liegt zwischen Augsburg und Ingolstadt und hat ungefähr 16000 gemeldete Einwohner, vielleicht 17000 mit denen, die nicht gemeldet sind, erklärt mir die nette Kulturbeauftragte am Telefon.

Die Einwohner sprechen bayrisch, was problematisch werden kann, wenn man telefonisch ein Zimmer nachfragt und kein Wort versteht.

Nicht unerwähnt lassen darf ich, dass Schrobenhausen bekannt ist für seinen Spargel. Es hat sogar ein Spargelmuseum.

Natürlich ist die Saison vorbei, aber auch so ist Schrobenhausen wunderschön. Darauf war ich nicht vorbereitet. Der Ortskern ist umgeben von einem Stadtwall mit zwölfeinhalb Stadttürmen.

Es gibt ein Flüsschen – das seltsamerweise „die Paar“ heißt – und das so langsam fließt, dass man keine Strömung sieht. Wahrscheinlich habe ich auch deshalb die Bugwelle eines Tiers gesehen, das keine Ente war. Für eine Ratte schien es mir zu groß. Tatsächlich gibt es in der Paar Biber, wie mir meine Wirtin erzählte. Das seien sehr intelligente Tiere. Die jungen Biber lernten alles Überlebenswichtige , ohne dass die Eltern sich Gedanken um ihren Erziehungsstil machten:  autoritär? Laisser-faire? Alles kein Thema.

Ansonsten gibt es zwanzig Apotheken und viele Rentner. Ein Freibad, für das ich keine Zeit hatte. Und am Samstag wird der Rasen gemäht.

Habe ich erwähnt, dass der vermutliche Biber absolut tiefenentspannt wirkte, wie er da vor sich hin treidelte?

Genug der Beschreibung. Ich war zum Arbeiten da.

Vielleicht haben mich die ganzen Schriftsteller angesteckt. Sonst schreibe ich ja nicht so viel.

Mein Arbeitsplatz – chaotisch wie immer.  Ich habe meinen ersten Comic gezeichnet!

„Das Märchen der Großmutter“ aus dem Woyzek von Georg Büchner wollte ich schon lange illustrieren. Es ging aber nicht, weil es so traurig ist.

Im Kurs habe ich die hinreißenden Geschichten von Daniil Charms kennengelernt, die in Russland jedes Kind kennt, bei uns aber kaum jemand. Es gibt eine Geschichte von ihm, „Die Welt steht auf drei Walen“, die sofort an Terry Pratchett erinnert, aber eigentlich eine Kurzfassung eines alten arabischen Mythos ist.

Nun, die beiden Texte zerschnipselt und neu zusammen gesetzt, ergaben eine gute Vorlage. Zeichnen bis nachts um halb vier – Urlaub war das nicht, aber ich habe jede Minute genossen.

Daniil Charms verhungerte übrigens 1942 in Stalingrad in der psychiatrischen Abteilung eines Gefängnisses. Er hatte den Kriegsdienst verweigert und um der Exekution zu entgehen, gab er vor psychisch krank zu sein. Ebenfalls sehr traurig.

Vielen Dank an Arwed Vogel – dem Leiter der Sommerakademie – für seine Vision für uns und die tolle Organisation!

https://www.literaturprojekt.com/

Dem Zeichnen auf der Spur

Manchmal höre ich: „ich hätte schon Lust, etwas zu malen (oder zu zeichnen). Aber ich konnte das noch nie.“

„Das Geheimnis des Erfolgs ist anzufangen.“ Mark Twain

Klingt einfach, nicht?

Inzwischen denke ich, es ist das Schwierigste überhaupt.

Denk mal drüber nach: den Stift aufs Papier zu setzen. Ohne vorher zu planen. Ohne Erfahrung, Training und Können mitzubringen. Das Ergebnis wird vielleicht nicht schön aussehen. Es lohnt sich nicht, im Baumarkt dafür einen Rahmen zu kaufen, und es wird vermutlich nicht zum Sofa passen.

Kinder können das noch.

Vor der Schule.

Vor Playstation, Computer und Handy.

Wer schreibt heute noch von Hand?

Zuallererst ist Zeichnen die Erfahrung, auf dem Papier eine Spur zu hinterlassen.

Cookie-Einstellungen
Auf dieser Website werden Cookie verwendet. Diese werden für den Betrieb der Website benötigt oder helfen uns dabei, die Website zu verbessern.
Alle Cookies zulassen
Auswahl speichern
Individuelle Einstellungen
Individuelle Einstellungen
Dies ist eine Übersicht aller Cookies, die auf der Website verwendet werden. Sie haben die Möglichkeit, individuelle Cookie-Einstellungen vorzunehmen. Geben Sie einzelnen Cookies oder ganzen Gruppen Ihre Einwilligung. Essentielle Cookies lassen sich nicht deaktivieren.
Speichern
Abbrechen
Essenziell (1)
Essenzielle Cookies werden für die grundlegende Funktionalität der Website benötigt.
Cookies anzeigen