Urban Sketchers in Aktion

Sonntag. Die warme Herbstsonne schien über dem Rheinhafen in Basel.

Achtzehn Zeichner – einige waren sogar aus Bern angereist. Hut ab! Oder Chapeau, wie man drüben über der Grenze sagt.

Neun kleine Skizzen auf einem Blatt. Um das Schiff in der rechten Hälfte zu erkennen, bitte den Kopf um 90° nach links neigen. Und sich vorstellen, dass der obere Teil unten angesetzt wäre (siehe Pfeil). Keine besonders gelungene Komposition, ich weiß. Aber einen Versuch war es wert. Eine Art Collage aus visuellen Schnipseln.

Danach im „Rostigen Anker“ noch etwas trinken und die Skizzen der anderen anschauen.

Fülle.

Wen’s interessiert, hier ist der brandneue Blog der Urban Sketchers Dreiländereck, wo auch die Treffen bekannt gegeben werden: https://urbansketchersdreilaendereck.blogspot.de/

Die Sommerpause ist vorbei!

Der Herbst hat angefangen.

Ich versuche, in meine Tage wieder einen Rhythmus hinein zu bringen. Der hat mir in den letzten Wochen und Monaten gefehlt.

Letzten Samstag fand zuerst noch die „Nacht der offenen Ateliers“ statt.

Paula Modersohn-Becker hat Gesellschaft bekommen. Käthe Kollwitz.

An diesem Abend gab es viele schöne Gespräche – vor allem über die Illustrationen zu Rilkes Tiergedichten.

Man beachte das Chaos hinter den Illustrationen…

In der letzten Woche habe ich mich bemüht, es im ganzen Raum wiederherzustellen. Ich muss noch ein bisschen daran arbeiten.

Auf dem Boden liegt wieder etwas, so dass ich einen kleinen Tanz aufführen muss, wenn ich herum gehe…

Nur der Rhythmus fehlt noch.

Übermalungen

Über die Muse habe ich ja schon geschrieben. Wie schön wäre es, ich könnte einfach ein Bild „aufs Papier werfen“ und es wäre vollendet!

Also bei mir ist das die ganz große Ausnahme. Ist schon vorgekommen, aber verlassen kann ich mich darauf nicht.

Meistens braucht es viele Übermalungen. Hier ein Beispiel:

Das ist aus einem meiner „journals“. Es hat mir nie richtig gefallen. Also bin ich mit Acrylweiß drüber gegangen. Es ist schwierig, herauszufiltern, was bleibt und was gehen muss.

Nach einigen Übermalungen sieht es jetzt so aus:

Vielleicht ist es in der Kunst wie im Leben: wenn es dir nicht gefällt, mach weiter!

Und hier noch ein Bild aus einem meiner „visual journals“:

Viel Acrylweiß. Schablonendruck. Wie der Vogel heißt, weiß ich nicht mehr. Links eine Wanderratte. Ausgeschnitten und aufgeklebt. Ganz leicht, oder?

Acrylweiß und der innere Kritiker

Ich hatte wieder mal Besuch im Atelier.

Zum Malen.

Es war ein kalter, verregneter Abend. Christiane  und ich hatten uns vorgenommen, eins der fünf Elemente aus der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre zu malen. Wir haben uns für „Feuer“ entschieden.

Symbole des Feuers sind die Pyramide, der Kranich, die Farbe Rot – … und Yin und Yang geht sowieso immer.

Christiane hat eine ganz andere „Handschrift“ als ich.

Das ist wie im Leben: jeder ist anders. Das Schwierige ist, herauszufinden, wer man ist, und dazu zu stehen!

Dabei fällt mir ein Buch von Michele Cassou ein: „Point Zero/ Entfesselte Kreativität“. Daraus habe ich eine Frage mitgenommen: „wenn es egal wäre, was jemand anderes über dein Bild denkt, was würdest du tun?“

Ich habe zum Beispiel oben Acrylweiß genommen und Teile des Bildes übermalt.

Mein innerer Purist schreit auf: das ist doch ein Aquarell!

Ja, damit hat es angefangen. Aber wenn mich bestimmte Stellen stören? Wenn es egal wäre, dass mein Purist findet, ich müsste damit leben, dass das Bild misslungen ist, was würde ich tun?

Genau. Acrylweiß.

Außerdem möchte ich den linken Rand wegschneiden.

Beide fanden wir, ein Quadrat wäre besser. Vielleicht hat das mit dem Thema zu tun.

(Acryl-)Weiß ist eben nicht nur Weiß…

Aber eine Rose ist eine Rose ist eine Rose…

 

Mit Farben spielen

Der Himmel ist blau.

Wasser auch.

Die Wiese ist grün.

Die Sonne ist gelb.

Kirschen sind rot.

So haben wir es gelernt.

Was ist, wenn ich die Farben ändere?

Blätter sind blau?

Blumenstiele sind rot?

Und überhaupt!

Lila Kühe. Rote Wolken. Blaue Berge.

Lass uns spielen…

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