Raus aus dem Atelier

Der Marathon ist vorbei.

Danach: erstens: das Atelier aufräumen.

Meine Lieblingsmusik dazu: Renaud Garcia-Fons, „Mediterranées“.

Zweitens: eine Mind-Map, um alle Ideen und Eindrücke aufs Papier zu bringen. Sonst schlüpft mir doch etwas durch die Finger…

…wie ein Fisch. Seltsamerweise habe ich zurzeit lauter Wassermetaphern im Sinn.


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Man beachte den Versuch Tropfen und Spritzer zu zeichnen…

Drittens (und das fällt mir am schwersten): raus aus dem Atelier.

Am Freitag war ich zu einer Lesung in einer Basler Schule eingeladen. Jugendliche der achten Klasse und Tobias Krejtschi. Er stellte sein Buch „Der rote Schuh“ vor (Text: Karin Gruß).

„Wo ist der Gaza-Streifen?“ – „In Deutschland.“

Na ja, nicht ganz. Herr Krejtschi sprach mit den Schülern über die Zerstörungen im Gaza-Streifen, die seelischen Schäden der Betroffenen, Alkohol, Depression und Selbstmord. Ungewöhnlich, fand ich.

Und immer wieder klang die Frage an: wieviel kann ein Mensch ertragen? Wie erträgt er es? Es gab keine fertige Lösung, was mir auch wieder gut gefiel.

Weil mich das Thema ja dauerhaft beschäftigt.

Hier der Link zu seiner Webseite: http://www.tobiaskrejtschi.de

Im Zug auf dem Heimweg setzte sich dann ein Mann neben mich, packte einen Skizzenblock und Stifte aus und fing an, ein Paar schräg gegenüber zu zeichnen. Ich beobachtete, wie sein Stift über das Papier kratzte. Ich kämpfte gegen den Impuls an, ihn beim Zeichnen zu zeichnen!

Kurz vorm Aussteigen klappte er den Block zu und grinste mich an. Ich glaube, ich grinste zurück und kramte nun mein Skizzenbuch heraus. Ein kurzer Austausch, dann stieg er aus. „Wir gründen eine Gruppe „Urban Sketching“! Wir treffen uns einmal im Monat, melden Sie sich doch!“

Dann war er weg.

Gestern gab es eine Führung durch Augusta Raurica – das bekannteste Freilicht-Römermuseum hier in der Gegend. Spannend. Und weil ich vom Tag davor noch so inspiriert war, habe ich sogar ein wenig gezeichnet:

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Am Donnerstagabend war ich auch wieder ganz entspannt im Malkurs. Der „Eremit“ ist fertig!

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Und ich habe den Mond angefangen:

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Eigentlich schon fertig, oder?