Surreale Experimente

Ich weiß nicht, warum, aber Surrealismus hat mir nie etwas gesagt. Komisch eigentlich.

In einem Buch, das ich gerade lese, stand, dass sich der Surrealismus im Gegensatz zum Kubismus nie von der gegenständlichen Darstellung abgewendet hat.

Ich finde, dass ich wirklich gute Hintergründe male. Da ist es sinnvoll, sich mit abstrakter Malerei zu beschäftigen. „Drippings“ à la Pollock. Experimente mit der Pinselgröße à la Joan Mitchell. Collagierte Hintergründe wie die Affichisten. (Noch nie gehört? Es gab 2014 eine tolle Ausstellung im Tinguely-Museum Basel. Vorher kannte ich die auch nicht:  https://www.tinguely.ch/de/ausstellungen/ausstellungen/2014/Affichisten.html )

Es gibt abstrakte Bilderbücher. Aber das war eigentlich nicht der Plan.

Also experimentiere ich…

Erinnert mich an Alice im Wunderland…

Die Suche nach Inspiration – wieder einmal…

Ich habe lange überlegt, worüber ich schreiben könnte.

„Inspiration“: woher nehmen und nicht stehlen?

Das sagt man doch so.

Das erinnert mich an Austin Kleon. Er fordert dazu auf: „Steal like an artist!“

https://www.youtube.com/watch?v=oww7oB9rjgw

Sehr unterhaltsam!

Was mich daran erinnert, dass ich die Idee von den „30 Bildern in drei Tagen“ genommen habe ( http://www.georg-kleber.de/kurse/kurs/30-bilder-3-tagen ) und das mit „amerikanischem Expressionismus“ mische.

Alles nur geklaut…

Mathematische Zeichen

„Ist nicht jedes Bild ein Experiment?“

Wieder eine gute Frage.

Das ist der Vorteil, wenn man Anfänger ist. Dann ist jedes Bild ein Experiment.

Wenn man weiß, wie es geht, muss man sich entscheiden. Will ich auf „Nummer Sicher“ gehen oder auf Risiko?

Risiko.

Das sind Arbeiten aus dem Kurs „Farbe elementar“ an der Schule für Gestaltung bei Liliane Steiner.

Ich habe keine Ahnung, was ich da mache. Ist das schlimm?

Um es mit Friedrich Schiller zu sagen:

„Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“

 

 

Malen und Denken

Neulich wurde ich gefragt: „muss man beim Malen denken?“

Meine spontane Antwort war: „ja!“

(Man beachte das Ausrufezeichen.)

Die Frage wäre richtiger: „gibt es den großen Wurf?“

Ich halte das nicht für unmöglich.

Es kommt darauf an…

Mal angenommen, jemand singt gerne unter der Dusche. Ist es ausgeschlossen, dass das gut klingen kann?

Nein.

Singt er eine Arie von Verdi und klingt dabei wie Pavarotti? Eher nicht.

Was ich damit sagen will: über’s Malen und Zeichnen kann man viel lernen. Und ja, dafür braucht es auch den Kopf.

 

Dem Zeichnen auf der Spur

Manchmal höre ich: „ich hätte schon Lust, etwas zu malen (oder zu zeichnen). Aber ich konnte das noch nie.“

„Das Geheimnis des Erfolgs ist anzufangen.“ Mark Twain

Klingt einfach, nicht?

Inzwischen denke ich, es ist das Schwierigste überhaupt.

Denk mal drüber nach: den Stift aufs Papier zu setzen. Ohne vorher zu planen. Ohne Erfahrung, Training und Können mitzubringen. Das Ergebnis wird vielleicht nicht schön aussehen. Es lohnt sich nicht, im Baumarkt dafür einen Rahmen zu kaufen, und es wird vermutlich nicht zum Sofa passen.

Kinder können das noch.

Vor der Schule.

Vor Playstation, Computer und Handy.

Wer schreibt heute noch von Hand?

Zuallererst ist Zeichnen die Erfahrung, auf dem Papier eine Spur zu hinterlassen.

Wie finde ich Inspiration?

„Inspiration follows action“.

Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe.

Schon mal von der Muse geküsst worden? Fühlt sich toll an, oder?

Aber meistens passiert das, wenn man es gar nicht brauchen kann. Kurz vor dem Einschlafen („ich werde mich morgen früh daran erinnern, ganz sicher!“)

Beim Autofahren (hinter mir drängelt einer, keine Chance anzuhalten…). Oder beim Einkaufen („Was war das, was ich noch ganz dringend brauchte?“).

Und dann sitzt du vor dem leeren Blatt Papier und wartest auf deine Muse – aber die ist wohl anderweitig beschäftigt.

Jetzt hast du die Wahl: aufgeben oder dran bleiben.

Machen oder nicht machen.

Aber was machen, wenn einem nichts einfällt?

Mal angenommen, du hattest keine Idee, was du eigentlich machen wolltest. „Irgendwas malen eben“. Dann könntest du…

  • mit geschlossenen Augen kritzeln (wie ein kleines Kind). Dann das Gekritzel anschauen und deine Fantasie gebrauchen: ein Reh? Ein Drache? Ein pickendes Huhn? Und diese Form dann ausarbeiten.
  • Kaffee oder Tee auf dein Papier tropfen lassen: das könnte ein Gesicht werden, eine Rose oder ein Baum.
  • ein Bild aus einer Zeitschrift aufkleben und weiter zeichnen.
  • Bilder von Künstlern anschauen und kopieren – auf deine Weise.
  • eine Blindzeichnung von etwas machen: Stift aufs Papier und ein Objekt (vorzugsweise eines mit vielen Details; Tannenzapfen sind großartig) abzeichnen ohne aufs Papier zu schauen. Ich liebe diese Übung: sie ist wie eine Meditation.

Für diese Übungen brauchst du keine große Ausrüstung. Eine Ecke am Küchentisch, Papier und Bleistift reicht.

Und meistens, wenn man mal angefangen hat, fällt einem etwas ein. Die Muse wird nämlich von kreativen Unternehmungen angelockt.

Sie will dann mitmachen!

 

 

 

 

 

Inspiration finden

Es gibt Dinge… ich hätte mir gewünscht, dass mir das jemand gesagt hätte, als ich anfing…

Vielleicht wäre es ein bisschen leichter gewesen. Ich erinnere mich an die Zeit, als ich sechzehn war und dachte, es gäbe nichts mehr, was ich noch tun könnte… nichts Neues… alles schon mal da gewesen…

Und dieses Gefühl, dass da ein bestimmter „Look“ ist, der meiner ist, aber ich komme da einfach nicht hin… (hab ich heute noch oft).

Flora Bowley gibt zehn gute Tipps, wie man seinen Stil finden kann.

Da draußen sind Millionen Stile unterwegs. Es ist sehr verführerisch, zumindest Tausend davon „anzuprobieren“. Aber so funktioniert das nicht, nicht wahr? Obwohl es gut ist, sich umzuschauen – zum Beispiel haben ja viele der großen Künstler der Neuzeit im Louvre die alten Meister kopiert – ist „der eigene Stil“ ein „inside job“.

Es beginnt damit, „Inspiration zu sammeln“. Und ich möchte hinzufügen: sich zu erlauben, Inspiration zu sammeln. Das bedeutet, sich dafür Zeit zu nehmen – und wer hat schon Zeit? Stehen zu bleiben und ein Foto von einem Fleck auf dem Boden zu machen, der aussieht, wie…  (danke, Carla!). Eine Freundin um ein Stück Geschenkpapier zu bitten, weil das Muster so schön ist…

Den ganzen Artikel gibt es hier:

https://florabowley.com/ten-things-can-right-now-discover-one-kind-style/

Ein Fall von „Inspiration“: Elektrokasten in einer Unterführung.

Top Five Künstlerinnen-Webseiten

Ich wohne in einer kleinen Stadt. Ungefähr 35000 Einwohner. Nicht viele Künstler um mich herum.

Das Internet. Auf einmal war ich nicht mehr auf Zufallstreffer in der Buchhandlung (siehe: „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron – das Buch, das mein Leben verändert hat) oder Kurse verschiedener Träger angewiesen (und ich habe viele Kurse gemacht!).

Auf einmal war da eine ganze Welt!

Es gab Foren, Blogs und Webseiten. Einige gefielen mir besser als andere. Hier meine Top Five:

  1. Carla Sonheim. Auch hier habe ich einige online-Kurse gemacht (sehr praktisch, wenn man arbeitet und Kinder hat). Ich mag ihre frische, fröhliche Art. https://carlasonheim.wordpress.com/
  2. Orly Avineri. Ich bin ganz fasziniert von ihren Art Journals. https://oneartistjournal.com/
  3. Lisa Sonora. Ebenfalls Art Journals. Und sie schreibt viel über Kreativität und Reisen. http://lisasonora.com/
  4. Flora Bowley. Sie malt Blumen! https://florabowley.com/
  5. Last but not least: Lynn Whipple! Sie ist vielseitig, extrovertiert und lustig. http://lynnwhipple.com/

Rainer Maria Rilke: Die Flamingos

Die Flamingos

Jardin des Plantes, Paris

In Spiegelbildern wie von Fragonard

ist doch von ihrem Weiß und ihrer Röte

nicht mehr gegeben, als dir einer böte,

wenn er von seiner Freundin sagt: sie war

noch sanft von Schlaf. Denn steigen sie ins Grüne

und stehn, auf rosa Stielen leicht gedreht,

beisammen, blühend, wie in einem Beet,

verführen sie verführender als Phryne

sich selber; bis sie ihres Auges Bleiche

hinhalsend bergen in der eignen Weiche,

in welcher Schwarz und Fruchtrot sich versteckt.

Auf einmal kreischt ein Neid durch die Volière;

sie aber haben sich erstaunt gestreckt

und schreiten einzeln ins Imaginäre.

Noch einmal am „Originalschauplatz“ – dem „Jardin des Plantes“ in Paris. Leider waren die Flamingos so weit weg – ich vermute wegen der Vogelgrippe?

Dafür konnte ich im Basler „Zolli“ diesmal ganz dicht ran:

Am vergangenen Samstag trafen sich dort die Urban Sketchers Dreiländereck. Die Tiere waren nach einigen kalten Tagen froh, mal wieder draußen sein zu dürfen.

Sogar die „langsamen“ Tieren wie: Flamingos, Elefanten und Nashörner waren sehr bewegungsfreudig:

Aber im Vivarium die Schildkröten zu zeichnen, wäre doch zu schade gewesen!

 

 

Rainer Maria Rilke: Der Panther

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf — dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille —
und hört im Herzen auf zu sein.

Auf den Spuren Rilkes im  „Jardin des Plantes“ in Paris. Wo Rilke den Panther für sein berühmtes Gedicht gesehen hat: waren es die gleichen Käfige? Oder sogar dieselben – mit einer Schicht neuer Farbe?

Die Kinderbuchmesse in Bologna

Bolognafiere. Das Mekka des Kinderbuchs.

(Kinder sind hier nicht erwünscht. Hier geht es ums Geschäft.)

Vom 03. bis zum 06. April 2017.

Dieses Jahr hab ich es mal wieder geschafft.  Mit einem neuen Projekt:

Rilkes Tiergedichte. Hier der Link zum Portfolio: http://irenepacha.de/portfolio/rainer-maria-rilke-tiergedichte/

Hallen, Gänge…

Dann kurze Pause im Hof…

Die Verlage versuchen sich vor dem Ansturm der Illustratoren zu schützen, indem sie Illustratoren-Sprechstunden einrichten. Für beide Seiten sehr anstrengend: eine Stunde Schlange stehen/ die Mappe öffnen/ die Bilder zeigen und dabei gelassen erklären, was man zeigen wollte (aber kurz und knapp!).

Den Verlagsleuten brummt bestimmt der Schädel von den vielen Bildern, die sie in kurzer Zeit vorgelegt bekommen.

 

Entweder werden Visitenkarten getauscht oder nicht.

In der Schlange stehen immer die gleichen Leute. Man kennt sich schon…

Wände mit Präsentationsmaterial hoffnungsvoller Illustratoren…

Eine weitere Attraktion: die Illustratorenausstellung. Über 3000 Bewerbungen. 70 oder 80 werden ausgesucht. Ist wie Lottospielen…

See you next year…

Vielleicht, vielleicht auch nicht.  Falls ich im Lotto gewinne.

 

 

 

Außer Form

Gestern trafen sich die Urban Sketchers im Naturhistorischen Museum Basel.

Ich war nicht in Form.

Ich habe diese Woche viel Zeit im Atelier verbracht und an meinem Bilderbuchprojekt gearbeitet.

Kreative Energie – anscheinend ist sie nicht unerschöpflich. Ich bin nie einen Marathon gelaufen, aber so fühlt es sich an.  Training hilft bestimmt auch hier. Erfahrungsgemäß muss ich aber jetzt aufpassen, dass ich nicht den ganzen Brunnen leer fische. Langsam gehen mir die Bildideen aus.

Höchste Zeit für einen Künstlertreff!

Beim Bild mit Paula Modersohn-Becker habe ich eine Entscheidung getroffen:

Ich fange von vorn an. Ob die Zeit noch reicht?

Ohne Titel I

Neulich an einer Pinwand:

“ Kreative Menschen haben keine Unordnung, sie haben nur überall Ideen herumliegen.“

Buchstäblich.

Auf dem Foto sind drei Projekte zu sehen: oben zwei Bilder meines aktuellen Bilderbuchprojekts. Davor drei vorbereitete Papiere, die für neue Fahnenbücher gedacht waren. (Wahrscheinlich arbeite ich sie aber ins Bilderbuch ein.)

Und ganz vorne angeschnitten – eine angefangene Skizze für 30-Bilder-in-drei-Tagen. Es gibt noch mehr davon, sie sind über den restlichen Boden verteilt.

Gegenüber steht meine Staffelei mit dem angefangenen Bild zum Thema „Reflektion“. Am Samstag habe ich acht Stunden gemalt und das ist, was dabei raus kam.

Ich denke, mein Problem ist, dass ich dieses große Format nicht gewöhnt bin. Die Illustrationen sind doch eher klein.

Und noch ein Versuch:

Die Nase ist zu lang.

 

Vorbilder

Ab und zu höre ich: „nein, danke, keine Vorbilder! Ich will nur aus mir heraus malen.“

Okay.

Ich vertrete eher die gegenteilige Meinung: „her mit den Lehrpersonen!“ (Man beachte: ich wohne an der Schweizer Grenze. „Lehrpersonen“ ist nicht schön – aber immer noch besser als „LehrerInnen“, oder?)

Zurzeit schaue ich mir ein Buch über Jugendstil an. Die hatten Muster!

 

Ich weiß nicht, ob das gestalterisch der große Wurf ist…

… hätte ich das „aus mir heraus schaffen“ können? – Glaube ich nicht.

Werde ich weitere „Zentangles à la Jugendstil“ malen? – Eher nicht.

Wozu ist das dann gut? – Kann ich nicht sagen. Meine Erfahrung ist, dass alles, was ich ausprobiere, in meine Bilder einfließt. Auch das, was ich verwerfe. Immerhin weiß ich ja dann, was ich nicht will.

Außerdem arbeite ich gerade an einem Bild zum Thema „Vorbilder“. Darauf kommen Paula Modersohn-Becker und Käthe Kollwitz.

In Büchern über „Künstler, die man kennen muss“ sind von ungefähr fünfzig Künstlern, die dargestellt werden, vier Frauen. Das macht mich traurig.

Modersohn-Becker und Kollwitz sind nicht dabei.

 

Pausenzeichen

Manchmal gibt es nichts mitzuteilen. Ich arbeite…

Im Englischen gibt es einen schönen Ausdruck: „…but life got in my way“.

Demnächst mehr!

Inspirationen

Vor kurzem hab ich eine Biografie von Rainer Maria Rilke gelesen.

Und wie das oft so ist – plötzlich taucht er überall auf!

Gestern war ich im Kino:

„Paula – Mein Leben soll ein Fest sein“.

Ein Film über das kurze Leben von Paula Modersohn-Becker. Und zufällig kam auch Rilke vor: er heiratete ihre beste Freundin.

Stefan Schank schreibt in der Biografie über Rilke:

„Rilke versucht in den Elegien zu begründen, warum das Leben des Menschen sinnvoll und in jedem Fall auch wertvoll ist, und er will dabei nicht das Diesseits dadurch mit Sinn erfüllen, dass er ein schöneres Jenseits imaginiert. Die Antwort, die er gibt, lautet apodiktisch: das Leben ist sinnvoll und wertvoll, nicht weil es immer glücklich, sondern weil es immer einzigartig ist.“

Stefan Schank: Rainer Maria Rilke, S. 114

Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München; 1998

Im Film sagt Paula Modersohn-Becker, sie wolle drei gute Bilder malen; drei gute Bilder und ein Kind bekommen. Ihr Leben solle ein Fest sein, ein kurzes, schönes Fest.

Ich glaube, sie hätte verstanden, was Rilke meinte.

Ihre Bilder sind einzigartig; und es sind mehr als drei gute geworden. Sie hat eine Tochter bekommen und starb kurz nach der Geburt an einer Embolie.

„Ach, schade“, sollen ihre letzten Worte gewesen sein.

 

Neue Website

Da mein Webdesigner sich beruflich verändert und das bedeutet, dass ich allein klar kommen muss, haben wir in den letzten Wochen die Website komplett überarbeitet.

Achtung, Baustelle!

(So sieht es gerade vor meinem Atelier aus. Passt, oder?)

Ziel war, sie so stabil zu machen, dass nicht mal ich sie kaputt kriege. Ich hoffe, das klappt!

Und ich habe endlich die Datumsstempel für den Blog bekommen. Die Bilder sind nicht mehr so klein, dass man eine Lupe braucht. Ich muss zwar hier und da noch einiges bereinigen – aber im Großen und Ganzen bin ich zufrieden!

Auf jeden Fall sieht sie schick aus – danke, Andy.

Neues Skizzenbuch

Ich habe ein neues Skizzenbuch – das alte fällt auseinander.

Das Neue hat ein bisschen ein extremes Querformat – mal sehen, ob ich mich daran gewöhnen kann.

Außerdem habe ich neue Fineliner und einen Taschenaquarellfarbkasten!

Musste ich natürlich alles ausprobieren und hab mich mit Christiane in der Skulpturhalle Basel getroffen.

Statuen stehen still. Sehr praktisch.

Und interessante Ornamente gab es auch.

Ein Künstlertreff

Ein Künstlertreff ist ein Ausflug, den man ganz allein unternimmt. Es muss nichts Großes sein: der Ein-Euro-Laden in der Stadt zählt genauso wie der Bahnhofskiosk.

Ich wollte in den Zoo.

Zeichnen.

Draußen war’s zu kalt.

Nicht für die Pinguine. Die fanden’s perfekt.

Ich experimentierte ein wenig mit meiner Kamera…

… hatte eine sehr nette Begegnung mit einem Klippschliefer:

Und zeichnete ein junges Krokodil:

Die Tiere, die ich eigentlich sehen wollte, waren nicht da: Flamingos, Schwäne und Papageien.

Die Kapweber und ihre Kollegen hielten nicht still…

Vielleicht nächstes Mal…

 

Urban Sketchers Lörrach

Seit letztem Sonntag gibt es eine Gruppe Urban Sketchers in Lörrach.

Urban was?!

Hier das Manifest:

  1. Wir zeichnen vor Ort, drinnen oder draußen, nach direkter Beobachtung.
  2. Unsere Zeichnungen erzählen die Geschichte unserer Umgebung, der Orte, an denen wir leben oder zu denen wir reisen.
  3. Unserer Zeichnungen sind eine Aufzeichnung der Zeit und des Ortes.
  4. Wir bezeugen unsere Umwelt wahrhaftig.
  5. Wir benutzen alle Arten von Medien.
  6. Wir unterstützen einander und zeichnen zusammen.
  7. Wir veröffentlichen unsere Zeichnungen online.
  8. Wir zeigen die Welt, Zeichnung für Zeichnung.

http://germany.urbansketchers.org/

Habe ich schon erwähnt, dass ich keine Autos zeichnen kann? Aber wenn man in einer Einstellhalle für Oldtimer sitzt… und die anderen um einen herum auch Autos zeichnen?

Danke an Imke Kämpf für die Organisation (und den Schokoladenkuchen!).

Bei Interesse kann man sich bei ihr melden: post@imke-kaempf.de

„Fotografieren – nicht knipsen!“

Es ist immer gut zu wissen, was man will und was nicht.

Wenn ich die Wahl habe, einen Apfel zu zeichnen oder ihn zu fotografieren…

werde ich ihn eher nicht fotografieren.

Stillleben

Aber es ist toll zu wissen, wie die Kamera funktioniert und wie ich es besser machen kann.

Spiegelbild


Hier war die Aufgabe, ein Porträt im Gegenlicht zu machen:

P1010589 P1010598

Darf ich vorstellen? Die Dozentin: Christine Steinhart.

http://www.christinesteinhart.de

Außerdem haben wir „Landschaft im Schnee“ fotografiert:

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Landschaft ist auch sonst nicht mein Thema…

Aber für mich am wichtigsten: ich habe jetzt eine ungefähre Vorstellung, wie ich Bilder, die zu groß zum Scannen sind, fotografieren könnte. Bin gespannt, ob’s klappt!

 

Meine Top-Ten-Liste der besten Hörbücher

Stundenlang allein in Stille im Atelier – das ist mein Ding nicht.

Es wäre vielleicht interessant als sprirituelle Praxis – wer weiß, ob sich meine Arbeiten dadurch verändern würden?

Ich höre lieber Hörbücher.

Hier meine Top-Ten-Liste:

  • mein Lieblings-Sprecher ist Dietmar Wunder. Er kann ein einfaches Wort wie „Schulter“ so mit Bedeutung aufladen, dass man denkt, man ist mit im Raum und spürt die ganze Spannung. Wie er die drei Krimi-Bände – ich hoffe auf mehr – von Robert Galbraith a.k.a. Joanne K. Rowling liest, ist extrem unterhaltsam.
  • genau wie die bisher fünf Bände von Ben Aaronovitch über Police Constable Peter Grant – einer Mischung aus X-Akten (nur ohne den Schleim) und bestem britischem Krimi – ebenfalls gelesen von Dietmar Wunder.
  • Äußerst spannend sind die Thriller von Linda Castillo über Kate Burkholder, Polizeichefin von Painters Mill und Ex-Amische. Gelesen von Tanja Geke, ebenfalls mit einer tollen Stimme gesegnet.
  • Bei der „Chronik des eisernen Druiden“ hab ich mich schlapp gelacht. Wie Stefan Kaminski die Stimmen der einzelnen Figuren „morpht“ ist genial und unterstreicht den absurden Witz.
  • Auch sehr witzig: Terry Pratchett, „Total verhext“, gelesen von Katharina Thalbach.
  • Oder: „Ein Fakir für alle Fälle“ von Bjarne Reuter, gelesen von Volker Niederfahrenhorst. (Kann meiner Meinung nach locker mit Rufus Beck und „Harry Potter“ mithalten.) Okay, noch ein Jugendbuch, aber ziemlich anders:
  • „HALF BAD – Das Dunkle in mir“, geschrieben von Sally Green, gelesen von Oliver Kube. Genug aus der Jugendabteilung?
  • Dann gibt es ja noch die Abteilung „Historisches“. Hier habe ich viel Zeit mit der Stimme von Johannes Steck und der „Jahrhundert-Trilogie“ von Ken Follett verbracht. Drei Familien, erster Weltkrieg, die Nazizeit, zweiter Weltkrieg, der kalte Krieg… Dazwischen hab ich „Die Brücken der Freiheit“ eingeschoben, das passte perfekt.
  • Tom Hillenbrand: „Der Kaffeedieb“. Während die „Jahrhundert-Trilogie“ eine Art Zusammenfassung des Geschichtsunterrichts war – wenn auch sehr, sehr gut gemacht – habe ich im „Kaffeedieb“ viel Neues erfahren. Betörend.
  • Es ist mir ein bisschen peinlich, aber die Liste wäre nicht vollständig ohne „Cotton reloaded“, gelesen von Tobias Kluckert. Die Stories erinnern mich an meine Kindheit, als ich mit neun heimlich angefangen habe, Krimis – und eben auch Jerry Cotton – zu lesen. Nur dass „Phil Decker“ damals ein Mann war, oder täusche ich mich? Tobias Kluckert hat auch so eine Stimme, mit der er mir auch das Telefonbuch vorlesen könnte, und ich würde mir das eine ganze Weile anhören.

Vielleicht mache ich noch eine Liste – mir sind noch einige Bücher eingefallen, die ich auch toll fand. Ist doch immer so, wenn man anfängt, über etwas nachzudenken… als ob man an einer Seerose zieht, und es kommt immer mehr Wurzelwerk nach…

 

Ein gutes Neues Jahr!

Eine meine ersten Erinnerungen ist: Weihnachtsferien im Schwarzwald… eine weiß lackierte Tür mit geriffeltem Glas… ich male ein Mandala… damals wusste ich natürlich nicht, dass ich ein Mandala male; ein Kreis in der Mitte und mehrere Ringe drum herum, die ich mit verschiedenen Mustern ausfülle.

Ich war ungefähr vier.

Und eigentlich sollte ich schlafen. Das war echt dumm mit der Glastür.

Und dieses „Ding“ mit den Mustern ist mir geblieben:

schwarze-zentangles-doppelt zentangles_doppelt zentangel_farbig

Daneben hab ich ein paar „one-liners“ gezeichnet:

schwan_one-liner
Schwan
papagei_one-liner
Papagei

„One-liners“ sind schnelle Skizzen. Eine Linie, ohne den Stift abzusetzen. Bisher hab ich das nicht gerne gemacht, kein Wunder, oder?

Aber als Lockerungsübung nicht schlecht.

„Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“ ~ Pablo Picasso

2017.

Okay, eine ganz neue Seite aufgeschlagen…

Für dieses Jahr habe ich viele Pläne. Wie immer.

Ich arbeite an einem neuen Projekt (Psst! Großes Geheimnis!).

Ich habe schon sehr lange kein wirkliches Bilderbuchprojekt mehr gehabt. Es ist sehr erfrischend, so einen klaren Fokus zu haben. Ende März möchte ich fünf Illus fertig haben.

Ich träume davon, im April nach Bologna zu fahren, zur Kinderbuchmesse.

Da sie dort keine Kinder wollen, legen sie den Termin meistens vor die Osterferien, was das Ganze etwas schwierig macht.

Dann gibt es ein paar Wettbewerbe.

Den Fotokurs im Januar. (Dringend nötig!)

Fotografieren+Zeichnen im Zolli.

Ich hoffe, es klappt mit der Urban-Sketching-Gruppe.

Weiter in meinen Malkurs.

Bin gespannt, was sich tut.

Ich wünsche allen ein erfülltes Neues Jahr, neue Anfänge, friedliche Abschiede und viele liebevolle Begegnungen!

 

 

Zum Jahresende

Eine Freundin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich ja schon lange keinen Blogpost mehr geschrieben hätte.

Hier kommt also ein Weihnachtsgruß:

frohe-weihnachten_lettering

Leicht zu erkennen, dass Kalligrafie nicht meine Stärke ist…

… aber trotzdem: Frohe Weihnachten!

Nachdem das vom Tisch ist, möchte ich doch zeigen, was ich in den vergangenen drei Wochen so gemacht habe:

vor allem „schwarze“ Blumenbilder gemalt.

duo chinesische-tulpen

ananas

Beim dritten Bild ist leider unten ein ganzer Streifen abgeschnitten – es ließ sich nicht anders scannen.

Außerdem habe ich in meiner Tarotkartenserie „Die Sonne“ fertig bekommen.

Hier der Link: http://irenepacha.de/#/illustrationen/portfolio/tarotkarten/

Und ich habe den Mut gefunden, nochmal an meine „Holocaust-Fahne“ zu gehen.

anfang-fahne

Den alten Mann hatte ich vor ein paar Wochen schon einmal abgezeichnet und es hat nicht funktioniert. Ich war so entmutigt – und in letzter Zeit abgelenkt, Weihnachten und so – dass ich mich nicht mehr dran getraut habe. Ich muss die Zeichnungen nochmal überarbeiten, aber fürs erste sind sie nicht schlecht.

Die „Fahne“ ist ca. 60 x 140 cm groß. Die Idee ist, neben die aufgeklebten Elemente Fotos von Menschen, die im Holocaust ermordet wurden, zu zeichnen und dann zu falten und zu schneiden, so dass es ein „Fahnenbuch“ ergibt.

Das Schwierigste wird der Einband sein. Genaues Arbeiten liegt mir nicht so, deshalb machen mir Buchbinden, Passepartout-schneiden und – ja – Kalligrafie Mühe. Trotzdem – oder gerade vielleicht deswegen – gefallen mir die Arbeiten von anderen.

Zum Beispiel die filigranen Arbeiten von Odine Lang – bei der ich im Herbst den Kurs in Wolfenbüttel gemacht habe: http://www.odinelang.de/

Oder die verspielten Arbeiten von Rachel Hazell: http://www.rachelhazell.com/

Ihr „PaperLove“ e-course ist voller wunderbarer Papierideen: http://www.rachelhazell.com/ecourse/

(Falls jemand ein Weihnachtsgeschenk für jemanden mit einer Affinität zu Papier braucht – für nächstes Jahr natürlich…)

 

Spuren auf dem Papier

Ich habe mich mal wieder verzettelt.

Das erforderte eine Mind Map:

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Dabei ist mir klar geworden, dass die meisten Projekte gerade „hängen“ geblieben sind, weil mir Informationen fehlen.

Dieses Problem haben „abstrakte Maler“ nicht!

Also muss ich herausfinden, welche Elemente den vier Himmelsrichtungen des Medizinrades zugeordnet sind, wie man 1848 in Fraktur schreibt und wie eine Karte von Deutschland und die Quadriga auf dem Brandenburger Tor aussieht.

Soviel zum Thema „sich-selbst-zitieren“: das Brandenburger Tor habe ich in einem anderen Bild (zum Thema Islamischer Staat) schon einmal verwendet. Vielleicht finde ich die Vorlage noch irgendwo.

Nebenher mache ich noch weitere Spuren auf Papier –

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… auch ein Durcheinander.

Aber vielleicht habe ich endlich ein Bilderbuchprojekt gefunden…

dann wäre klar, worauf ich mich in nächster Zeit konzentriere!

 

Sich selbst zitieren

Es tauchen immer wieder die gleichen Themen auf. Ich zitiere mich selbst…

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Illustration zu „Die kleine Meerjungfrau“, ist schon ein paar Jahre her…

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„Der Mond“ – aus meiner Tarotkarten-Serie – ist gestern fertig geworden.

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Und irgendwann mache ich was mit Fröschen…

 

Muster und Ornamente

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Ich arbeite an einem neuen „Design“ für ein neues Projekt. Es geht um Mythen – mehr wird noch nicht verraten.

Ich habe ein tolles Buch gefunden – manchmal fällt einem genau das in den Schoß, was man braucht…

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Ein Buch, randvoll mit Darstellungen aus allen Kulturen!

Raus aus dem Atelier – Teil 3

Es ist nicht mehr so wie früher.

Buchmessen: Bologna, Basel, Frankfurt, St. Louis – sogar die Kinderbuchmesse in Lörrach…

Ich saugte alle Eindrücke auf wie ein Schwamm – aufgeregt und neugierig.

Heute fühlt sich das eher nach Arbeit an. Könnte mir auch einen schönen Tag machen, auf dem Sofa liegen, Tee trinken und ein gutes Buch lesen. Bekomme ich die neuen Visitenkarten rechtzeitig? Was tue ich in die Mappe? Konzentriere ich mich auf die Arbeitsproben oder will ich auch einen Text verkaufen? Eine Mappe oder zwei?

Vorher noch zum Friseur? Und was ziehe ich an: bequem oder schick? Koffer oder Rucksack?

Aber die Messen sind immer noch ein guter Ort, um sich zu eichen. Welche Neuerscheinungen und Trends gibt es? Welche Verlage? Und was gefällt mir eigentlich? Kann ich mich noch für Bilderbücher begeistern oder war das eine Ablehnung zuviel?

Im Oktober war ich in Frankfurt. Diesmal nicht allein: Hila kam mit und wir sondierten die Lage für unser Projekt.

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Originale von Jonas Lauströer; für mich einer der besten Zeichner, die’s gibt. Keiner ist so dramatisch wie er. http://www.jonas-laustroeer.de/

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Bilder von Tobias Krejtschi. (Siehe http://irenepacha.de/13-november-2016/)

Und meine Neuentdeckung: Stella Dreis. Collagen!

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http://www.stelladreis.com/

Die Kinderbuchmesse in Lörrach war diesmal eine Enttäuschung. Ich wollte zu einer Veranstaltung – Mehrdad Zaeri zeichnete – aber der Raum war voll und ich kam nicht mehr rein.

https://mehrdad-zaeri.de/en/

Er hat ein tolles Video auf seiner Webseite – siebeneinhalb Minuten, die sich lohnen!

Habe ich schon gesagt, dass ich alle Illustratoren, die ich bisher kennengelernt habe (und das sind einige), total nett und interessant finde?

Und gestern das erste Mal auf dem Salon du Livre de Colmar. Die Geburtsstadt Bartholdis. Eine Freiheitsstatue im Verkehrskreisel. Hat was.

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Ich habe einige alte Bekannte (=Verlage) wiedergesehen und ein paar neue entdeckt. Ein paar (Bilder-)Bücher gekauft.

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Die Arbeiten von Origami Alsace bewundert.

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Und ja, ich kann mich noch für Bilderbücher begeistern.

Raus aus dem Atelier – Teil 2

Manchmal ist raus aus dem Atelier…

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Und wenn das Atelier in einem Schloss ist…

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und das Schloss in Wolfenbüttel…

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Hübsch, nicht? Und so viele Cafés…

Tatsächlich steht aber die Arbeit im Vordergrund. Beginn: morgens um neun (oder schon vorher beim Frühstück). Ende: offen. Irgendwann nachts. Und im Gegensatz zu Zuhause bin ich nicht allein!

Der Kurs: „Werkstatt Buch und Experiment: Vergänglichkeit“ an der Bundesakademie für Kulturelle Bildung. http://www.bundesakademie.de/

Kursleitung: Odine Lang http://www.odinelang.de/

Fünf Tage Bücher-machen.

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Am Ende arbeite ich doch immer auf dem Boden.

Aber: ich habe jetzt endlich eine Möglichkeit, diese großen „Fahnen“ in eine transportable Form zu bringen – und das Bild verliert nicht nur nicht – sondern es gewinnt!

Hier das „gleiche“ Bild noch einmal:

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Und ein Buch zum Thema „Meine Inspiration“ : pa260351

Einzelne Seiten hier: http://irenepacha.de/portfolio/visual-journal/

Zeichnen und Skizzeln

Ich bin ein großer Fan von Carla Sonheim. https://carlasonheim.wordpress.com/

Und den online-Kursen.

Mein „Neuester“: „Bottles, Bananas & Beyond“ von Alison O’Donoghue.

Heute habe ich die ersten Skizzen gemacht.

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Und es ist so, wie ich gedacht habe: meine „innere Bibliothek“ ist nicht so voll, wie ich mir das wünschen würde.

Das wäre kein Problem, wenn ich abstrakt malen würde – aber als Illustratorin?!

Trotzdem hat das Experimentieren Spaß gemacht.

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Und ich habe mich heute in die Verteilerliste für die „Urban Sketcher“-Gruppe aufnehmen lassen.

Mein innerer Kritiker sagt ja schon lange, dass ich „mehr zeichnen!“ muss. Bisher hatte ich aber keine Lust dazu.

Aber in einer Gruppe? Und hinterher ins Café? Klingt doch gut!

Raus aus dem Atelier

Der Marathon ist vorbei.

Danach: erstens: das Atelier aufräumen.

Meine Lieblingsmusik dazu: Renaud Garcia-Fons, „Mediterranées“.

Zweitens: eine Mind-Map, um alle Ideen und Eindrücke aufs Papier zu bringen. Sonst schlüpft mir doch etwas durch die Finger…

…wie ein Fisch. Seltsamerweise habe ich zurzeit lauter Wassermetaphern im Sinn.


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Man beachte den Versuch Tropfen und Spritzer zu zeichnen…

Drittens (und das fällt mir am schwersten): raus aus dem Atelier.

Am Freitag war ich zu einer Lesung in einer Basler Schule eingeladen. Jugendliche der achten Klasse und Tobias Krejtschi. Er stellte sein Buch „Der rote Schuh“ vor (Text: Karin Gruß).

„Wo ist der Gaza-Streifen?“ – „In Deutschland.“

Na ja, nicht ganz. Herr Krejtschi sprach mit den Schülern über die Zerstörungen im Gaza-Streifen, die seelischen Schäden der Betroffenen, Alkohol, Depression und Selbstmord. Ungewöhnlich, fand ich.

Und immer wieder klang die Frage an: wieviel kann ein Mensch ertragen? Wie erträgt er es? Es gab keine fertige Lösung, was mir auch wieder gut gefiel.

Weil mich das Thema ja dauerhaft beschäftigt.

Hier der Link zu seiner Webseite: http://www.tobiaskrejtschi.de

Im Zug auf dem Heimweg setzte sich dann ein Mann neben mich, packte einen Skizzenblock und Stifte aus und fing an, ein Paar schräg gegenüber zu zeichnen. Ich beobachtete, wie sein Stift über das Papier kratzte. Ich kämpfte gegen den Impuls an, ihn beim Zeichnen zu zeichnen!

Kurz vorm Aussteigen klappte er den Block zu und grinste mich an. Ich glaube, ich grinste zurück und kramte nun mein Skizzenbuch heraus. Ein kurzer Austausch, dann stieg er aus. „Wir gründen eine Gruppe „Urban Sketching“! Wir treffen uns einmal im Monat, melden Sie sich doch!“

Dann war er weg.

Gestern gab es eine Führung durch Augusta Raurica – das bekannteste Freilicht-Römermuseum hier in der Gegend. Spannend. Und weil ich vom Tag davor noch so inspiriert war, habe ich sogar ein wenig gezeichnet:

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Am Donnerstagabend war ich auch wieder ganz entspannt im Malkurs. Der „Eremit“ ist fertig!

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Und ich habe den Mond angefangen:

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Eigentlich schon fertig, oder?

 

 

 

 

 

Das Postkartenfestival 2016

Heute um 08.03 Uhr: „Es ist ein Tag zum Im-Bett-bleiben…“, sagte der Radiosprecher .

Da war ich aber schon auf.

Unternehmen Mitte, Basel, neun Uhr:

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In der zweiten Reihe meine Postkarten.

Zwischendurch in das neue Kunstmuseum, „Pollock figurativ“. Okay, ich verstehe, dass Pollock von Surrealismus, mexikanischem Realismus (mit Anklängen von Volkskunst) und allem, was mit Psychoanalyse zu tun hat, fasziniert war. Aber mir kam es vor, als hingen da an den Wänden Kopien von Picasso, Mirò und de Kooning. Mich hätte der Übergang zu den drippings mehr interessiert: aber in der Sammlung gibt es anscheinend keins davon.

Und ehrlich gesagt habe ich ja sowieso eine Schwäche für Jackson Pollocks älteren Bruder Charles.

Vielleicht, wenn er länger gelebt hätte…

Aber ein toller Bau, der Anbau des Kunstmuseums.

12 Uhr: Vernissage des Postkartenfestivals. Meine Karten haben Gesellschaft bekommen.

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Viele Karten. Viel zu gucken. Kunst im kleinen Format. Das macht den Reiz aus – konnte ich mir vorher nicht richtig vorstellen.

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Viele Leute.

Und dieser Kronleuchter!

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Falls ich jemals wieder eine Geschichte illustriere, die in einem Schloss spielt… damals habe ich verzweifelt nach einem „guten“ Kronleuchter gesucht. Inzwischen habe ich einige fotografiert.

Illustratoren sind Sammler – ich denke, wenigstens die meisten. Auf google findet man ja tolle Bilder – aber ich kann nie an einem Frosch, Esel, Ritter, Krokodil, Elefant, Tiger, Löwen oder eben einem Kronleuchter vorbei gehen, ohne wenigstens den Impuls zu verspüren, ein Foto zu machen.

Ach, und hier noch ein paar der Postkarten:

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Hübsch. Dekorativ. Warum nicht einmal so etwas?

Einladung zum Postkartenfestival 2016

aktuell * aktuell * aktuell * aktuell * aktuell * aktuell * aktuell * aktuell *

Okay.

Herzliche Einladung zum 10. Basler Postkartenfestival 2016!

Nächsten Samstag. Also dem 05. November. Von 12 bis 22 Uhr. Im Unternehmen Mitte, Gerbergasse 30. Die Vernissage ist um zwölf.

http://www.postkartenfestival.ch/

Über 100 Gestaltungstalente stellen aus. Hey – ich bin ein „Gestaltungstalent“! Ich glaube, das lasse ich mir auf die nächsten Visitenkarten drucken.

Na ja, jedenfalls bin ich ziemlich müde, weil es jetzt schon zehn vor eins ist oder zwei, was weiß ich, mit der Zeitumstellung komme ich immer durcheinander.

Ich habe heute die Serie mit den Postkarten und den Zahlen fertig gemacht – das waren dann schon mal zehn – und angefangen, die ersten Ausschnitte von dem großen Blatt aufzukleben. Nochmal sechs.

Das ist das Blatt, das ich meine:

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http://irenepacha.de/05-oktober-2016

Insgesamt darf ich hundert Postkarten „ausstellen“. Das schaffe ich locker.

Hm. Wenn ich nicht schlafe diese Woche…

 

Übers Bloggen

Als ich mit diesem Blog anfing, wollte ich die Dinge teilen, die mir begegnen. In Bezug auf „die Kunst“.

Beängstigend.

Ich habe mich lange nicht getraut anzufangen. In einem Kunstratgeber hatte ich gelesen, dass für andere eigentlich nur das fertige Produkt interessant ist, nicht der Weg dahin. Welche Macht Ratgeber haben können! (Trotzdem ein interessantes Buch: „Art & Fear: Observations on the Perils (and Rewards) of Artmaking“ von David Bayles und Ted Orland).

Dann fiel mir „Show Your Work“ von Austin Kleon in die Hände. Er schreibt darüber, wie man einen Blog anfängt und durchhält. Er zitiert oben genanntes Buch, zitiert genau die Stelle, die mich so blockiert hat, und wischt sie vom Tisch! Für ihn stammt Art & Fear aus einer anderen Zeit. Einer Zeit vor dem Internet, vor Webseiten, Blogs und facebook.  Zweck eines Blogs ist doch gerade, andere am Prozess teilhaben zu lassen.

Sein Blog lohnt sich: http://austinkleon.com/

Und in einem Interview mit Carll Cneut – einem belgischen Illustrator – habe ich heute gelesen, dass er das erste Bild zu seinem neuen Bilderbuch unfertig bei facebook hochgeladen hat: so viele schrieben ihm, er solle es so lassen – also ließ er es.

https://de-de.facebook.com/carllcneutillustrator

(Leider auf Niederländisch.)

Den letzten Eintrag habe ich am 09. Oktober geschrieben. Vor 17 Tagen. Heißt das, dass ich fast drei Wochen lang keinen Stift und keinen Pinsel in die Hand genommen habe?

Im Gegenteil. Wenn ich nicht schreibe, arbeite ich. Diese Blog-Einträge sind wie ein kurzes Auftauchen, Luft-holen.

Wie in dem alten Witz: Mama und Sohn schwimmen nach Amerika. „Mama, Mama, sind wir bald da?“ „Sei ruhig, schwimm weiter!“

Den Witz fand fand ich früher schon nicht gut. Aber er trifft das Gefühl, das ich manchmal habe, wenn sich Projekt an Projekt reiht und es nur um’s Durchhalten geht.

Vielleicht sollte ich mich mal mit facebook beschäftigen? Ich verstehe langsam den Reiz: sich kurz melden, ein Foto posten, zeigen, dass man noch lebt…

Heute mal ein Beitrag ohne Bild.

 

Assoziationen

Ideen sind überall.

Besonders spannend finde ich es, verschiedene Dinge aufeinander treffen zu lassen.

Was entsteht?

Manchmal nichts…

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Aber manchmal eben doch:

Titel-Prinzessin

Der Kragen der kleinen Prinzessin? Ein Stückchen Papier aus dem Programmheft des Burghofs.

Deshalb mache ich gerne Collagen.

Ich sammle Papier, Aufkleber, alles.

Ich denke assoziativ, füge zwei und zwei zusammen…

Bekomme auch mal fünf heraus. Aber was soll’s!

Papier ist geduldig. Papier schreit nicht, ärgert sich nicht, bläst sich nicht auf.

Es kriegt vielleicht Wellen von nasser Farbe und Teeflecken. Oder Löcher. Die kann ich überkleben und habe ein neues Element eingefügt.

Meine Postkartenserie ist fertig.

Habe die interessantesten Stellen ausgesucht, gescannt, gesetzt und den Text eingefügt. Ich bin sehr stolz, weil ich jetzt den Text genau an die Stelle setzen kann, an der ich ihn haben will.

Am Computer muss ich ganz anders vorgehen: diszipliniert und geordnet. Schritt für Schritt.

Ich bin gespannt, wie das Ergebnis aussieht.

Im Fluss

Langsam finde ich meinen Rhythmus wieder – was bedeutet, dass ich an mehreren Projekten gleichzeitig arbeite.

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Ein großes Blatt Papier – Farbe – Acrylbinder. Was ich am besten kann? Hintergründe malen.

Das soll eine Postkartenserie werden.

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Und drei weitere kleine abstrakte Bilder, aus dem Chaos entstanden.

Davon habe ich noch einige Unfertige rumliegen.

Alles ist im Fluss. Fortsetzung folgt…

Fülle

Eine arbeitsreiche Woche.

Montag. Das Päckchen für Bologna fertig gemacht und abgeschickt. http://www.bookfair.bolognafiere.it/en/the-fair/new-events-and-programmes/bologna-illustrators-exhibition/1032.html

Jedes Jahr wieder versuche ich mein Glück. Bei 3000 Bewerbungen und 70 bis 80 ausgewählten Illustratoren – die Chancen sind ähnlich wie beim Lottospielen.

Dieses Jahr ging es mir vor allem darum, mitzumachen.

Es macht Spaß, Blumen und abstrakte Bilder zu malen. Aber im Inneren bin ich Illustratorin. Ich arbeite gern mit Texten, mit Erzählungen, mit Ideen.

Diesmal habe ich ein altes Projekt „ausgegraben“, das mir immer noch am Herzen liegt. „Das Löwenkind Hugo“, nach einem Text von Gerhard Schöne. http://www.gerhardschoene.de/

Noch einen Versuch damit machen … wer weiß, was passiert?

Dienstag. Aufräumen.

Mittwoch. Mit dem Plakat für die Bremer Stadtmusikanten angefangen.

Donnerstag. Weiter am Plakat. Abends mein Kurs bei Liliane Steiner. Mit einer

neuenTarotkarte angefangen: „Der Eremit“.

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Vorlage ist ein Foto aus „National Geographic“: für mich sieht es aus wie ein Russe mit Pelzmütze und Mantel im Schneetreiben. Die Form hinten links soll einen Baum darstellen.

Freitag. Das Plakat fertig gemacht. (Ich hoffe, es gefällt Isabelle.)

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Ich habe mich für einen ruhigen Hintergrund entschieden, weil ja noch der Text drauf muss.

Und jetzt?

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Morgenseiten schreiben.

Über Ideen stolpern:

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Eines Tages werde ich die perfekte Froschgeschichte finden.

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Spuren in Städten. Aufkleber, die ich in Zeichnungen einarbeite. Malerei, Graffiti, ein Einkaufszettel…

Die Mappe für die Frankfurter Buchmesse vorbereiten. Neue Visitenkarten machen.

Visual Journals, 30 Bilder in drei Tagen…

Ein bisschen mit Material spielen. Luft holen.

 

 

Nacht der offenen Ateliers 2016

Seit meinem letzten Beitrag sind mehr als zwei Wochen vergangen.

Samstag letzter Woche das große Ereignis: die „5. Nacht der offenen Ateliers“!

Es kamen nicht die angekündigten fünf- bis sechshundert Besucher – ich habe mich also ganz umsonst verrückt gemacht – sondern nur etwa zweihundert…

Zweihundert?!

Es gab ungeheuer viel zu tun. Um fünf vor fünf waren wir mit allem fertig. (Danke, Christiane!) Vor lauter Aufregung habe ich vergessen, Fotos zu machen. Hier sind nur einige, die ich kurz nach fünf gemacht habe:

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Rechts hatte ich die Blumenbilder aufgestellt. Links die anderen Arbeiten: Flüchtlingskrise, IS, Gewalt gegen Frauen, Todesstrafe und Holocaust.

„Sind das hier zwei Künstler, oder haben Sie die alle gemacht?“

Ich erklärte, dass ich, wenn mir „das links“ zuviel würde, Blumen malen würde.

Verständnisvolles Nicken.

Nächstes Jahr stelle ich vielleicht abstrakte Malerei aus. Oder Bilderbuchillustrationen. Oder beides…

Danach hab ich mich erstmal sortiert.

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Und aufgeräumt.

Morgen mache ich die fünfte Illustration fürs „Löwenkind Hugo“ fertig.

Am Mittwoch haben wir Fotos für das Plakat für die „Bremer Stadtmusikanten“ gemacht.

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(Isabelle Fortagne-Dimitrova vom Theater Anis.)

Das Plakat sollte nächste Woche fertig sein…

Pläne sind gut. Mal sehen, was die Woche so bringt!

 

 

Eindrücke aus der großen Stadt

Berlin 2016. Bahnhof Zoo. „Kunst am Bau“.

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Ein paar Schritte weiter eine Schlange vor der Heilsarmee.

Käthe Kollwitz hat vor allem diese Menschen in ihrer Zeit gezeichnet. Hungernde, Verletzte, Arme, die ums Überleben kämpften, Soldaten und ihre wartenden Frauen.

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Was hätte sie wohl dazu gesagt, dass ihr Werk heute in einer Villa ausgestellt wird? Drumherum ein Garten. Anscheinend sind Bauarbeiten im Gang.

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War das ein Handwerker, der von der Umgebung inspiriert wurde?

 

Alexander Calder + Fischli & Weiss

Besuch in der Fondation Beyeler. Alexander Calder + Fischli & Weiss.

Wie das wohl ist, so spielerisch an die Dinge heran zu gehen?

Hätte aus mir etwas anderes werden können?

Und einen Partner zu haben?

Are feelings private?

Dinge in Brand zu stecken?

War mein Bad zu heiss?

Eine Spur der Zerstörung zu legen?

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Ist das Kunst? Gehört das zum nachgebauten Garten von Fischli & Weiss? Und die Abendsonne?

Findet mich das Glück?

Calder dagegen ist wunderbar ästhetisch. Seine Entwicklung nachvollziehbar.

Mir ist eingefallen, dass ich während des Studiums Mobiles gemacht habe. Das war, als ich mit Ballett angefangen habe. Raum und Bewegung.

Lang ist’s her. Vielleicht finde ich ja noch ein paar Fotos.

Aktueller ist da schon die immer noch unfertige Illustration der „Liebenden“.

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Und die noch unfertigere Illustration zum „Löwenkind Hugo“.

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Vielleicht schaffe ich es diesen Herbst, einen Fotografierkurs zu machen.

 

Mein Lieblingszitat

Es gibt Untersuchungen, die sagen, das Intuition umso bessere Ergebnisse erbringt, desto mehr Erfahrung auf dem entsprechenden Gebiet vorhanden ist.

Dagegen bedeutet im alltäglichen Sprachgebrauch „intuitiv“, dass man eine Entscheidung  auf der Basis von Nicht-Wissen trifft.

Malerei ist demnach genau so ein Gebiet: es gibt einige wenige Auserkorene, denen das Talent in die Wiege gelegt wurde. Lernen kann man das nicht. Malen ist schließlich eine „intuitive Sache“. Und wenn man „es“ nicht hat, hat es keinen Sinn, es zu versuchen. Mit dem Malen.

Alles falsch.

Malen lässt sich lernen. Und mit der Erfahrung bekommt die Intuition erst eine Spielwiese, auf der sie sich austoben kann.

Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen anzufangen.

“Alles was es wert ist, getan zu werden, ist es auch wert unvollkommen getan zu werden.”  ~  Marshall Rosenberg

http://www.gewaltfrei-thueringen.de/gfk%20-%20zitate.htm

***

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Hinter den Kulissen

Diese Woche geschahen die Dinge eher hinter den Kulissen.

Ein bisschen weiter am Löwenkind Hugo – der Hintergrund ist fast fertig.

Mein Malkurs hat wieder angefangen: geschätzt das 18. Semester! Große Wiedersehensfreude allerseits. Ich bin nicht die einzige, die schon lange dabei ist.

Ich habe weiter an meinen Tarotkarten gearbeitet; zur Zeit sind „Die Liebenden“ dran.

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Am Donnerstag erschien auch ein Artikel in der Badischen Zeitung über die „Nacht der offenen Ateliers“. Ich überlege, was ich zeigen soll…

Manchmal kommt es mir vor, als würden lauter kleine Flugzeuge über meinem Kopf kreisen und auf Landeerlaubnis warten. Da sind im Moment so einige in der Warteschleife… und der Tag hat nur 24 Stunden.

Gestern habe ich meinem Neffen zugeschaut, wie er „Lego Nexo Knights“ gezeichnet hat. Das Ergebnis ähnelt zum Verwechseln Zeichnungen meines Sohnes von „Ninjago“. Kleine Ritter mit Waffen, Türme, Fallgitter, Gräben, rote Explosionen… hingebungsvoll zu Papier gebracht. Zur Tarnung hab ich eine Chrysantheme gezeichnet.

Chrysantheme

Die Chrysantheme ist auf der rechten Seite.

Neue Ideen

Eine arbeitsreiche Woche, neue Erfahrungen und neue Projekte.

Letzten Donnerstag hat mich Christiane wieder zum Chakra-Malen besucht.

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Ich hab mir diesmal das Halschakra ausgesucht:

Halschakra

Am Samstag bekam ich Besuch von Michael Till. Wir haben über die große Arkana beim Tarot gesprochen. Bisher hatte ich ja rein intuitiv gearbeitet.

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Danke, Michael, für den Crash-Kurs!

Außerdem habe ich mit einer neuen Illustration für das „Löwenkind Hugo“ angefangen. Das ist spannend – ich habe schon lange nicht mehr rein mit Collage gearbeitet.

Damit ich den Überblick nicht verliere, habe ich diesmal eine Liste gemacht:

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Ich habe die Tendenz, mich zu verzetteln. Überall sind neue Ideen…

Das ist wunderbar.

Fundstücke

Elektrokasten

Tolles Bild – oder? Erinnert mich an die abstrakten Expressionisten der fünfziger Jahre.

Ich wünschte, das wäre meins.

Ist aber die Oberfläche eines Elektrokastens.

Heute habe ich wieder an ein paar „Chaos“-Bildern gearbeitet.

Tropfen umgekehrt

Erdnuss

Immerhin schon mehr Textur…

… und für richtig tolle abstrakte Bilder hier gucken:

http://www.limandeskratzer.de

31. Juli 2016

Gestern habe ich das Bild vom Wurzelchakra doch … beendet. Großes Fragezeichen. Aber hier ist es:

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Als Bild an sich finde ich es nicht besonders spannend.

Kürzlich habe ich einen Vortrag über Symbole angehört. Wo soll ich nur anfangen? Es war wirklich beeindruckend.

Ein Zeichen ist ein Zeichen ist ein Zeichen. Nichts weiter. Es sagt genau das, was es sagen soll: Kleidungsstück bei 30 Grad waschen. Spülmaschinenfest. Parken verboten.

Ein Symbol dagegen… ein Symbol weist über sich hinaus. Vier Blütenblätter um ein Zentrum und alles in Rottönen? Die Vier ist die Zahl der Erde. Rot ist ihre Farbe. Es ist die Farbe des Wurzelchakras, das mit dem körperlichen Überleben, materiellem Besitz und der Zugehörigkeit zu einer Familie (Stamm) zu tun hat.

So oder ähnlich steht es in jedem einschlägigen Buch.

Hilft das weiter?

Das Ding mit Symbolen ist, dass je länger man sich damit beschäftigt, desto tiefer und weiter kann das Verständnis werden. Wie bei einem Eisberg.


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(Meine Notizen aus dem Vortrag.)

Oben das soll der Eisberg sein. Die Spitze ragt über dem Wasserspiegel auf. Das ist das, was man zum Beispiel in einem Buch über Chakren lesen kann. Der Teil darunter ist bekanntlich viel größer.

Interessant, dass man die verschiedenen Teile des Unbewussten am besten über ein Bild erklären kann. Bild = Symbol?

C. G. Jung hat sich intensiv mit Symbolen und dem Unbewussten beschäftigt. Das Unbewusste besteht aus verschiedenen Schichten. Die Inhalte sind, je weiter sie von der „Bewusstseinsschwelle“ (= dem Wasserspiegel) entfernt sind, um so allgemeingültiger. Ein Japaner verbindet mit „Baum“ vielleicht eine Erinnerung an das Kirschblütenfest. Ein Aborigine Schutz vor der Sonne oder die Markierung eines heiligen Ortes. Ein Deutscher den Birnbaum in Omas Garten. Aber je mehr sie sich mit dem Symbol des Baumes beschäftigen und die rein persönliche Ebene verlassen, desto mehr werden sie sich in ihren Mitteilungen annähern.

Einige Interpretationen nachzulesen unter: http://www.symbole-wiki.de/index.php/Baum

Was heißt das fürs Malen?

Bilder haben von vorne herein eine Verwandtschaft zu Symbolen. Viele Maler haben ihre Bilder mit Symbolen angereichert; man denke nur an Frida Kahlo. Und die Bilder der niederländischen Barockmalerei haben doppelte und dreifache Böden: man kann sie nur verstehen, wenn man die Symbole darin interpretieren kann.

Das heißt, Bilder mit Symbolen sind in einen Kontext eingebettet. Sie stehen nicht für sich allein. Sie sind mehr als das, was oberflächlich gesehen, zu erkennen ist.

Praktisch. Das Symbol ist mit Bedeutung aufgeladen und erzeugt so etwas wie ein Kraftfeld. Dieses Kraftfeld teilt sich dem Betrachter mit – jedenfalls wenn derjenige bereit ist, sich etwas Zeit zu lassen.

Ob ich weitere Chakren malen werde?

Und das Blümchenmuster unter dem Eisberg stammt von der Jacke der Frau vor mir. Also kein Symbol.

Mein Dank an Michael Till. http://www.symboledeslebens.de/

Wann „funktioniert“ ein Bild?

Wenn es draußen heiß ist, ist es im Atelier angenehm kühl. Trotzdem komme ich nicht so recht vom Fleck.

Das „Gewaltpräventions“-Bild ist fertig – aber ich scheitere seit Tagen an den technischen Gegebenheiten, wenn ich es hochladen will. Ich sollte den Leuten am anderen Ende vielleicht Schokolade schicken – als Dankeschön, dass sie meine ganzen fehlgegangenen Formulare suchen…

Die Postkarten von den „Schwarzen Blumen“ sind inzwischen auch angekommen. Es ist interessant, welche Motive „funktionieren“ und welche nicht.

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Ich habe zwei „Chaos“-Bilder, von denen ich nicht weiß, ob sie fertig sind, oder nicht:

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Durch das extreme Hochformat ist die Komposition schwer zu beurteilen.

Überhaupt: wie beurteilt man, ob ein Bild „fertig“ oder „gut“ ist oder „funktioniert“?

Bei mir stellt sich dann ein Körpergefühl ein, das ich „es schwingt“ nenne. Ich arbeite so lange an einem Bild, bis es „klick“ macht und es schwingt. So ähnlich wie bei einem Mobile von Calder.

Eine Freundin von mir „sieht“, wenn es gut ist. Wie ein Leuchten.

Vielleicht hat es also mit den bevorzugten Wahrnehmungskanälen zu tun? Ich bin stark kinästhetisch ausgerichtet – also wie sich Dinge anfühlen, meine „Lage im Raum“, die Temperatur…

Ob es auch Gestalter gibt, die ein „gut“ hören? Oder Tänzer, für die eine Choreografie leuchtet?

Dabei bleibt für mich die Frage offen, ob ich nicht manchmal auch zu sehr in meinen Erfahrungen gefangen bin. Vielleicht könnte ein Bild auch „funktionieren“, und ich bin nur nicht in der Lage, es zu erkennen?

Ist es deshalb wichtig, Kunst von anderen anzuschauen? In Museen zu gehen? Neue Techniken und Materialien auszuprobieren? Den Brunnen zu füllen?

Out of the Box

Malen „en plein air“

Der Sommer ist da. Ferienzeit – jedenfalls was den Malkurs angeht, den ich seit ungefähr 17 Semestern besuche. Irgendwie habe ich den Überblick verloren: es ist so eine gewaltige Zahl.

Christiane und ich sitzen im Malkurs zusammen am Tisch und haben können gut nebeneinander arbeiten. Heute kam sie mich besuchen. Und weil es so schön war, haben wir draußen gemalt:
Christiane beim Malen
Christiane + ich beim Malen Kopie

Mein Thema war das Wurzelchakra.

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Vor zwei Jahren habe ich ein Projekt angefangen, das aber nie so richtig was wurde. Damals habe ich ein Papier aufgeklebt, was mir jetzt gerade recht kam:

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Ich male gerne auf Untergründe, die schon „was drauf haben“.

Ich wollte ein „einfaches“ Bild malen. Das war ziemlich schwer! Ich gehe beim Malen immer Risiken ein. Ich zerstöre das Bild, um es aus den Ruinen wieder auferstehen zu lassen.

 „Die Lust der Zerstörung ist gleichzeitig eine schaffende Lust.“
Michail Alexandrowitsch Bakunin.
Deshalb brauche ich auch lange, um ein Bild fertig zu bekommen: ich übermale, male neu, überklebe, fange von vorne an… auf der Suche nach dem „richtigen Bild“.
Und jetzt habe ich ein weiteres angefangenes Bild. Werde ich weiter dran arbeiten? Teile zerstören und neu malen? Will ich das? Und was, wenn nicht?

Zwischenbericht

Jeder Mensch hat seine persönliche Handschrift. Jeder Künstler hat seinen „Stil“.

Ich pendle zwischen den Polen „Rumpantschen“ und „Details zeichnen“ hin und her. Und nein, ich habe nicht das Gefühl, dass ich meinen Stil nicht gefunden habe.

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Das ist ein Bild der „Gewaltpräventions“-Serie, an der ich gerade arbeite. Man kann die Teeflecken erkennen, oder?

In groß und mit Tusche statt Tee sieht das dann so aus:

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Daneben habe ich einige kleine „Chaos“-Bilder angefangen: ich kann einfach kein Papier und keine Farbe wegwerfen.

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Die werden noch. Und das Bild oben ist auch noch nicht fertig. Morgen ist der Tee getrocknet und ich kann weiter machen.

Fast fertig sind dagegen die ersten fünf Bilder der „Schwarze Blumenbilder“-Serie.

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Ich muss mich mal damit beschäftigen, wie man Bilder gut fotografiert.

Und zwischendurch ist noch ein Zentangle entstanden:

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Fortsetzung folgt…

 

Morgenseiten

Das “Werkzeug” mit dem ich sofort klar kam, waren die “Morgenseiten”. Julia Cameron empfiehlt: “schreibe jeden Morgen drei Seiten voll”. DIN A 4. Mit der Hand. Unzensiert. Man kann nichts falsch machen. Und ja – das ist wie Tagebuchschreiben.

Bei der letzten Zählung hatte ich 83 Bücher vollgeschrieben. Von der Wortzahl her würde es vielleicht für “Krieg und Frieden” reichen. Das wären 550000 Wörter. Ich hab es nachgesehen. Leider ist es keine Literatur, weil furchtbar langweilig. Aber sollte ich mal einen Tisch abstützen müssen…

Wozu das Ganze? Cameron vergleicht es mit einem Radioempfänger. Man “empfängt” Botschaften, oft trivial, manchmal aber auch nicht. Ich plane meinen Tag, schreibe Dinge auf, die ich nicht vergessen will. Manchmal will ich mich auch nur beklagen. Oder freuen. Oder ich schreibe auf, was ich an meinen Projekten gemacht habe oder vorhabe zu tun. Frei nach dem Motto:

Zitat Stevenson

An manchen Tagen komme ich einfach nicht dazu, die Morgenseiten zu schreiben. Und manchmal ist es furchtbar zäh. Aber dann gibt es Tage, da überschlagen sich die Wörter und ich schreibe mehr als drei Seiten. Manchmal schreibe ich auch abends. Das nennt Cameron dann „Abendseiten“ – wer hätte das gedacht?

Das Schreiben ist meine Art der Meditation. Ich glaube nicht, dass das für jeden die richtige „Methode“ ist. Eine Freundin von mir tanzte jeden Morgen eine Dreiviertelstunde. Eine andere geht gern nach draußen, in den Wald.

Ich weiß nicht, ob es für jeden Menschen wichtig wäre, einmal täglich etwas zu tun, was keinen direkten Nutzen hat. „Aber schaden tut’s mal nicht“, wie Wilhelm Busch gesagt hätte.

Der Weg des Künstlers

Es gibt viele Bücher in meinem Leben. Sie stapeln sich überall. Aber ein Buch hat mein Leben grundlegend verändert: das ist Der Weg des Künstlers von Julia Cameron.

1998. Ich fuhr nach Freiburg, weil ich einen Termin bei einer Gestaltungstherapeutin hatte. Das war die Zeit, als ich herauszufinden versuchte, was das eigentlich ist: eine Kunsttherapeutin. Ich hatte vor zwei Jahren mein Diplom gemacht, erste Erfahrungen gesammelt und festgestellt, dass “Kunsttherapie funktioniert”. Leider hatte ich keine Ahnung, wie. Also dachte ich, ich sollte vielleicht einmal selbst ausprobieren, wie sich eine “Therapie mit gestalterischen Mitteln” anfühlt. (Ziemlich gut.)

Später stöberte ich noch im Buchladen und fand “DWDK” (so heißt das Buch im Jargon).
Auf der Rückfahrt las ich die Einleitung und den ersten Essay. “Schattenkünstler” nennt Cameron die Menschen, die eigentlich Künstler sind, aber eine Karriere in einem verwandten Beruf anstreben, vielleicht weil ihnen der Mut fehlt. “Okay…”, dachte ich. Das sind dann die ganzen Kunsterzieher, Musiklehrer, Kritiker in den Feuilletons und Journalisten mit dem Roman in der Schublade. Auch Kunsttherapeuten?

Interessanterweise hatte ich kurze Zeit später eine Sitzung bei meiner Gestaltungstherapeutin, die meinem Leben eine neue Richtung gab. Ich malte einen Traum und plötzlich sagte ich: “Illustrieren wollte ich schon immer.” Was stimmte. Aber es war mir nie richtig bewusst gewesen.
In den folgenden Jahren stapelten sich dann Bücher zum Thema “Illustration” bei mir.

Cameron hat einige “Werkzeuge” entwickelt, die mir sehr geholfen haben, kontinuierlich und diszipliniert zu arbeiten.

Das Werkzeug mit dem ich die größte Schwierigkeit habe, ist der “Künstlertreff”. Eigentlich klingt die Idee dahinter ganz harmlos: unternimm etwas mit deinem inneren Kind. Geh in einen 1-Euro-Laden und stöbere herum. Kauf dir ein Eis und setz dich in den Park. Schau dir eine Ausstellung an oder einen Film. Probiere etwas Neues aus, etwas, was du noch nie gemacht hast, das dir vielleicht auch etwas Angst macht. Durchforste die Kochbuch-Abteilung in deinem Buchladen. Trink einen Cappuccino, auch wenn du sonst nie Kaffee trinkst, vielleicht löffelst du ja auch nur die Sahne auf. Lauf barfuß durchs Gras. Oder schau nach, ob die Straußen noch auf dem Grundstück am Berg herum rennen. (Sie bringen mich immer zum Lachen.) Probiere das neue ungarische Café aus und iss Baumkuchen, weil dich das an ein Buch erinnert, dass du im Buchclub gelesen hast.

Es muss nichts mit deiner Kunst zu tun haben. Das Wichtige ist nur, dass es Spaß macht und dass du es allein tust.

Genau da wird es schwierig: mir die Zeit zu nehmen etwas zu tun, was mir Spaß macht, einfach so. Ein bisschen Spaß haben. Ganz einfach, oder?

Nein. Gar nicht einfach. Oft fällt mir gar nichts ein, was mir Spaß machen würde. Oder ich denke, ich hab die Zeit gar nicht dafür. Zeichnen im Botanischen Garten und anschließend bei einer Freundin vorbei schauen, die um die Ecke wohnt? Kostet zu viel Zeit. Das ungarische Café? Dann komme ich ja erst um halb zwölf ins Atelier. Und es gibt doch so viel zu tun.

Ein bisschen Spaß haben.

Nicht nur arbeiten und von Termin zu Termin rennen. Cameron nennt das “den Brunnen leer fischen”. Letzte Woche war es mal wieder so weit: ich konnte mich nicht dazu bringen einen Stift oder einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Mein Künstler-Selbst streikte. Zum Glück passiert das selten. Aber wenn es passiert, ist es sehr unangenehm. Cameron schreibt, dass das oft genau dann auftritt, wenn es besonders gut läuft. Man arbeitet und arbeitet, man macht Fortschritte – boing! Nichts geht mehr. Der Brunnen ist leer gefischt, keine Ideen mehr, alles fühlt sich nur noch nach… ja, Arbeit an. Und die Ergebnisse sehen danach aus.

Was ich getan habe: ich war tanzen und im Kino. Habe mich mit Freunden verabredet. Habe angefangen, einen Roman zu lesen, just for fun. Nichts Literarisches, nichts mit Anspruch. Ich habe mich nicht gezwungen, an meinem aktuellen Projekt weiter zu arbeiten. Auch an keinem anderen. Als ich mich etwas besser fühlte, habe ich viel Zeit damit zugebracht, mein Referenzmaterial zu organisieren. Reine Fleißarbeit, aber immerhin…

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Und gestern Abend habe ich an meinem zweiten Bild für das Gewaltpräventionsprojekt weiter gemacht. Heute schreibe ich an meinem Blog…

Es wird. Ich habe mich nicht hineingesteigert. Es ist keine große künstlerische Blockade. Nur ein kleiner Schnupfen. Ich kann den Brunnen wieder füllen. Ich weiß, wie das geht.

MindMapping

Gestern habe ich eine Anfrage wegen eines Bilderbuches bekommen. Außerdem hatte ich ja selbst eine Idee, die ich ziemlich gut finde. Mein Vermieter sagt, es stehe fifty-fifty, dass er das Haus verkaufe, wodurch ich ein neues Atelier bräuchte. Und das, nachdem ich all diese Metallregale zusammengeschraubt habe. Das kann ich jetzt richtig gut! Ich arbeite an einem Wettbewerbsbeitrag für den Gingko Award

http://www.foto-film-game-contest.de/general.html

und dann sind da ja noch die ganzen angefangenen online-Kurse.

Wenn ich dann so richtig durcheinander bin, weil ich nicht mehr weiß, was ich als erstes machen soll, zeichne ich eine Mind Map:

Mind Map_2

Diese Mind Map ist nicht besonders schön. Wahrscheinlich werde ich einige Dinge nicht tun, die darauf stehen. Dafür kommt anderes dazu. Es ist eine Momentaufnahme. Und das ganze Chaos auf dem Papier zu sehen, hilft mir, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Das Wichtigste ist jetzt der Gingko Award. Um alles andere brauche ich mich zunächst nicht zu kümmern.

ArtBasel 2016

Die größte Kunstmesse der Welt um die Ecke…

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Ziemlich praktisch. Nach der Arbeit für zwei Stunden mit einer Freundin Bilder-gucken, hinterher noch was trinken gehen – perfekt.

Viel museumsreife Kunst, viele abstrakte Expressionisten. Viele Bilder von Cy Twombly und Georg Baselitz. Richard Motherwell. Jannis Kounellis. Neuentdeckungen dieses Jahr: Waldemar Zimbelmann, Sam Windett.

http://www.meyer-riegger.de/en/data/artists/128/waldemar-zimbelmann.html

http://www.samwindettstudio.com/

Insgesamt fanden wir die Kunst in früheren Jahren spannender.

Bis wir in die Halle der ART UNLIMITED kamen.

Endlich Luft!

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Zwitschernde chinesische Soldaten, Koffer, die in Massen von der Decke hängen, viele Türen und ein Irrgarten aus bemalten Stoffwänden.
Heute dann noch der ART PARCOURS.
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Ganz ehrlich? Schön war der Garten der Familie Burkhardt. Die versteckten Höfe, zu denen man sonst keinen Zugang hat. Der Blick über den Rhein. Schlafende Hunde und Gesteinsbrocken können da nicht mithalten.

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Und es hat nicht geregnet.

30 Bilder in 3 Tagen

Malen oder Illustrieren?

Da der Tag nur 24 Stunden hat, ist das eine wichtige Frage.

Kürzlich hatte ich ein bisschen Zeit. Ich habe mir ein kleines Projekt vorgenommen: 30 Bilder in 3 Tagen.

http://www.emf-verlag.de/wp-content/uploads/2015/06/30_Bilder_in_3_Tagen-23x23-hardcover-e1434972788487.png

 

http://www.emf-verlag.de/produkt/30-bilder-in-3-tagen/

 

Das kriege ich hin, dachte ich.

Heute war Tag 17 und ich bin immer noch nicht fertig. Die Blätter scheinen sich wundersam zu vermehren…

Die Grundidee ist, auf einem Blatt Papier ein Chaos anzurichten und dieses dann zu ordnen. Der erste Schritt kam mir vertraut vor: das ist genau das, was ich mache, wenn ich Restfarbe auf die Seiten meiner Journals schmiere und dann Teebeutel darüber ausquetsche.

Okay, verstanden.

Hier einige der kleinen Bilder:

Zielscheibe Trilobit Spirale Schraubenmutter Schnecke Pokerkarte Gittermuster2 Gittermuster butterfly

Ich denke, ich werde noch ein bisschen weiter machen!

Papier aufspannen

Schon mal in der Badewanne gelesen? Oder am Strand? Zu den Zeiten als die Bücher noch aus Papier waren? Und das Buch fiel ins Wasser?

Papier  besteht aus Fasern, die sich vollsaugen, wenn sie nass werden. Dadurch dehnt sich das Papier aus und es entstehen die hübschen Wellen, die auch beim Trocknen nicht verschwinden.

Möglicherweise möchte man die Wellen haben: dann wird die Bildebene zur Skulptur.

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Nicht der richtige Look? Dann empfiehlt es sich, das Papier aufzuspannen, entweder mit Kreppband (Malerband) oder mit Nassklebeband.

Kreppband bekommt man im Baumarkt oder beim Discounter. Es ist billig und leicht zu verwenden. Die vier Seiten des Blattes werden rundherum auf ein Holzbrett geklebt – ich empfehle breites Klebeband: 50 mm und das Band wird halb aufs Holz halb aufs Papier geklebt – fertig!

Das Nassklebeband ist etwas für “Malromantiker”. Es macht Arbeit und manchmal klappt es nicht so, wie es soll.

Aber wenn es klappt!  Grundiert fühlt es sich ein bisschen an wie Leinwand und dann “verträgt” es viele Schichten Farbe. Es gibt keine Löcher und wenn man es zwischendurch trocknen lässt, zieht es sich wieder glatt. Zum Schluss lässt sich das Bild Platz sparend in einer Mappe verstauen.

Hier mein Rezept:

Papier aufspannen

  1. Es wird benötigt: ein Bogen (Aquarell-)Papier. Das Nassklebeband (ich finde, das braune klebt besser. Im Künstlerbedarf besorgen). Ein Schwamm (sehr nass!). Eine Schale mit Wasser. Ein Holzbrett (am besten Leimholz).
  2. Vier Klebebandstreifen zuschneiden, die jeweils etwas länger sind als die vier Kanten des Papiers. Klebestreifen zur Seite legen. Sie dürfen noch nicht nass werden.
  3. Papier mit dem nassen Schwamm gut anfeuchten. Wer hat, kann das Blatt in eine Plastikwanne mit Wasser in der passenden Größe einlegen. Das Papier “arbeiten” lassen – es dehnt sich aus.
  4. Klebebandstreifen mit der glänzenden Leimseite nach oben durch das Wasser in der Schale ziehen. Leim quellen lassen.
  5. In der Zwischenzeit das Papier noch einmal befeuchten. Dann mit der nasseren Seite nach unten auf dem Holzbrett “abrollen” (wie beim Tapezieren). Es soll möglichst glatt liegen; ohne Luftblasen darunter.
  6. Jetzt die Klebebandstreifen aufkleben: Klebeseite nach unten (:o)); halb auf dem Papier, halb auf dem Brett.
  7. Die überschüssige Feuchtigkeit am Rand mit einem Tuch entfernen. (Das Ganze soll zuerst am Rand trocknen.)
  8. Zur Sicherheit noch Reißnägel in die Ecken und in die Längsseiten klemmen.

Das Aquarellpapier hat möglicherweise eine rauere und eine glattere Seite. Welche Seite oben ist, hängt davon ab, was man machen möchte: für feine, präzise Arbeiten – z.B. Blumenaquarelle – ist es vielleicht günstiger, die glattere Seite zu nehmen. Für gestische Malerei mit viel Farbe eher die strukturiertere.

Das Papier sollte liegend trocknen. Wenn es im Zimmer sehr warm ist – etwa im Winter bei Heizungsluft – hilft es, gut zu lüften und einen Eimer Wasser neben das Brett zu stellen. Beim Trocknen bekommt das Papier “Zug”. Damit die Klebestreifen diesen halten können, sollte das Trocknen langsam voran gehen.

Okay: das Bild ist ein Meisterwerk. Und jetzt?

messen & schneiden

Jetzt kommen Cutter und Metallschiene zum Einsatz. Meistens schneide ich in der Mitte zwischen dem äußeren Ende des Papiers und dem inneren Ende des Klebebands. Oft gibt es ein knackendes Geräusch, wenn der Zug auf das Papier nachlässt. Als wollte das Papier sagen: “oh, endlich darf ich entspannen!”

Zum Reinigen des Brettes – ich habe erwähnt, dass das die arbeitsreichere Variante ist, oder? – das verbliebene Klebeband anfeuchten und mit einem Spachtel entfernen. Ganz wichtig ist jetzt, das Brett zu schrubben (z.B. mit der rauen Seite eines Geschirrspülschwammes), damit alle Leimresten entfernt werden. Es ist traurig, wenn ein schönes Bild reißt, wenn man es vom Brett nehmen will, weil es an alten Leimresten festklebt.

Alles klar?

 

Ornamente, die flache Darstellung und Gustav Klimt

Ein Bild ist eine flache Angelegenheit, richtig? Und die Kunst ist: ein Ding darzustellen, als wär’s dreidimensional. Eigentlich wäre das nicht mehr nötig, schließlich wurde im 19. Jahrhundert die Fotografie erfunden. Aber trotzdem bleibt der Anspruch: es muss zu erkennen sein und es muss möglichst realistisch aussehen, was da abgebildet ist.

Ich mag Muster. Neulich habe ich gelernt – danke, Liliane -, dass eine flache Darstellung sich gut eignet, um mit Ornamenten ausgefüllt zu werden.

teppich2 teppich1

Und ja, Zentangles funktionieren genauso:

4 Zentangles

Gustav Klimt macht das so:

Der Kuss - Liebespaar (Gustav Klimt)

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/Gustav_Klimt_016.jpg/320px-Gustav_Klimt_016.jpg

Ich sehe, was er tut. Er mischt Ornamentales mit Dreidimensionalem. Aber wieso es funktioniert? Dafür habe ich keine Erklärung.